Raus aus Yerewan

Pünktlich erreiche ich den Treffpunkt für die Walking Tour, direkt vor dem National Museum, am Platz der Republik. Mit einer Gruppe von knapp zehn Personen streifen wir dann durch die Straßen. Leider scheint es hier aber keine wirkliche Altstadt zu geben und manche alten Gebäude sind später erhöht worden, worüber sich unser Guide wohl immer wieder aufregen können.
Einige Gebäude werden mittlerweile aus verschiedenen Bereichen zerlegt und in einem Gebiet wieder aufgebaut, so wird dort in ein paar Jahren eine neue Altstadt entstehen. Vielleicht ist Yerewan dann interessanter, denn bisher sprachen mich Tbilisi und Baku, doch deutlich mehr an.

Wir hören dann noch Geschichten wie man sich die U-Bahn mit ein paar Tricks besorgt hat. Generell ist es eine sehr informative Tour, wenn gleich oft der Fokus darauf liegt was Armenien noch alles erfunden hat oder welcher Armenier am besten z.B. im Schach ist – man brauch anscheinend die Anerkennung, vor allem nach den Jahren in denen armenische Erfindungen der Sowjetunion zugesprochen wurden.
Am Ende landen wir dann in einer Kneipe, die auch hier scheinbar häufig in Kellern sind. Nach ein zwei Bier ist die Gruppe zwar kleiner geworden, wir entscheiden dann aber noch, gemeinsam etwas essen zu gehen.

Für den nächsten Tag schaue ich mir das ein oder andere Gebiet an, welches auf der Tour gestern angesprochen wurde. Ein Tunnel, dessen Foto das Einzige für die Stadt bleiben wird, eine alte Nachbarschaft und schon stehe ich bei einer der zwei großen Brandy Fabriken der Stadt – eine Tour muss mindestens einen Tag vorher gebucht werden. Bei der zweiten großen Destillerie, auf der anderen Flussseite, scheint dieses einfacher zu sein. So werde ich dort ein wenig herum geführt, was vor allem in dem vierstöckigen Keller interressant wird.
Von dort mache ich mich dann auf dem Weg zurück in meine ruhige Unterkunft, nicht ohne bei einem größeren Hostel kurz an zu halten. Zum einen hoffe ich für die restlichen Nächte, die ich bisher noch nicht gebucht habe, etwas mehr Leben an zu treffen, zum anderen habe ich von den sehr guten Touren gehört die hier angeboten werden.
Ich mache gleich alles klar und damit sind innerhalb kürzester Zeit die nächste durchorganisiert – hauptsächlich geht es dann jeden Tag aus der Stadt raus, denn das meiste scheine ich hier schon gesehen zu haben, auch wenn das ein oder andere Museum sicherlichlich noch sehenswert wäre.

Zeitig mache ich mich also am nächsten Morgen auf um noch mein Gepäck im neuen Hostel unter zu stellen, die Tour selber beginnt dann um 9:00 Uhr.
Generell stehen viele Klöster und Kirchen auf dem Plan, mit der häufigen Bentonung das Armenien der erste Christliche Staat der Welt ist. Immerhin ist Noah auf dem Berg Ararat mit seinem Boot gelandet – wenngleich der Gipfel heute mittlerweile auf türkischem Gebiet liegt.
Unser erster Stop ist dann auch das religiöse Zentrum der armenischen Kirsche in Echmiadzin. Nach ein paar religiösen Orten hier geht es weiter zu einer Kirche die nur wenige Kilomter von der türkischen Grenze entfernt ist, theoretisch inklusive tollen Blick auf den Ararat. Der Blick von hier ist(an guten Tagen) zumindest so beeindruckend, da der über 5000 Meter hohe Berg, scheinbar aus dem flachen Land herraus schießt.

In der Kirche selber ist dann noch eine Kammer, die man über eine Leiter hinab erreicht. In dieser wurde Gregor der Erleuchter, angeblich von dem damaligen König gefangen gehalten um Ihn von seinem christlichen Glauben ab zu bringen. Nachdem dies nicht geglückt ist, ist Gregor derjenige der den König dazu bringt Armenien christlich werden zu lassen.

Ein paar Minuten von diesem Stopp erreichen wir dann ein Privathaus in dem uns bereits eine große, gefüllte Tafel erwartet – mit gefüllten Mägen kann die Reise danach weiter gehen.

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