Achterbahn der Gefühle

Da wir schon am Busbahnhof sind und das Angebot gut klingt steigen wir in den Bus, anstelle eines Zuges nach Banyuwangi. Rucksack unten rein, wir in die engen Sitze gequetscht, super start – aber so weit nichts ungewöhnliches. Jetzt schon hat die Klimaanlage Probleme die Temperatur unten zu halten. Zu unserer Überrachung steigen alle paar Meter neue Passagiere ein, diese blockieren dann bald den Gang, was Verkäufer mit „Bauchladen“ aber nicht davon abhält sich dennoch durch den Bus zu quetschen. Mit der Situation irgendwie abgefunden geht es vorwärts, langsam.
Nach einer weile sollen wir plötzlich den Bus wechseln, natürlich nur wir Ausländer – „Nein, ihr müsst nicht extra Zahlen“ beruhigt uns einer der Mitarbeiter im Bus, deutet noch auf einen Reifen und versucht uns klar zu machen, das es dort ein Problem gibt. Unsere Rucksäcke sind angeblich in windeseile auch schon im anderen Bus, was ich zum Glück sofort überprüfe – meiner fehlt. Sofort raus und zurück zum ersten Bus – natürlich finde ich den Rucksack dort, erhalte zwar eine Menge Entschuldigungen, meine Laune ist aber schon unten. Nachdem dann wir dann mit Gebäck im nächsten Bus Platz genommen haben geht es weiter. Unser erster Bus fährt mit dem „Problem“ am Reifen überraschend schnell an uns vorbei und verschwindet bald aus dem Sichtfeld.

All unsere Rucksäcke liegen auf der hintersten Bank, der Drensteinfurter und ich direkt davor – daher lege ich auch meine kleine Tasche dazu und halte nur meinen Laptop in Händen, was ich eigentlich nicht tue. Südostastien war aber so weit so freundlich und sicher was Diebstahl angeht, das ich mich keine weiteren Sorgen mache. Neben unseren Sachen sitzt ein Indonesier, der so weit freundlich wirkt.
Nun, ein wenig kann man schon erahnen wohin dies führt. Als ich nach ein paar Stunden mein Handy mit meiner Powerbank laden möchte, stelle ich fest das meine kleine Tasche viel zu leicht ist, um genau zu sein, Sie ist leer. Kamera, zweites Objektiv, PowerBank(warum, die kostet doch nichts) weg. Ich bin ehrlich geschockt und weiß zunächst was ich sagen oder tun soll. Die nächsten Minuten geht es mir nicht besonders gut, überlege wann ich das letzte Mal die Fotos gesichert habe – natürlich viel zu lange her. Abgesehen vom Preis für eine neue Kamera, ich fühle mich bescheiden.

Auffälig unschuldig zeigt sich der Kerl der direkt daneben sitzt, zeigt seine Tasche, das er nichts hat und zwischendurch auch weiter vorne gesessen hätte. Wirklich klar denken kann ich in diesem Moment nicht und versuche mich zu beruhigen, setzte mich warte… auf was auch immer.
Irgendwann stehe ich wieder einmal an der hinteren Tür, die allzeit offen steht, und schaue hinaus als der Sitznachbar unseres Gepäcks hinaus, an mir vorbei will. Erneut schaut er mich sehr merkwürdig an bevor endgültig verschwindet.
Die restliche Fahrt zieht sich ewig bis wir endlich in Banyuwangi angekommen sind – zwischendurch konnte ich zumindest einmal kurz lachen.
Beim aufsammeln der Gepäckstücke taucht plötzlich meine Kamera auf, anscheind habe ich doch noch rechtzeiig nach meiner Tasche geschaut und habe den Dieb gestört, so dass dieser die Kamera einfach hat unter den Sitz verschwinden hat lassen. Auch nach weitere suchen kann ich zwar nicht das zweite(zum Glück günstigere) Objektiv finden, bin aber super glücklich zumindest Kamera, Objektiv und Bilder wieder zu haben.

Nach diesem physisch wie psychisch anstrengenden Tag machen wir drei uns nur auf den Weg zu Unterkunft und suchen nach Schlaf.

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2 Kommentare

  1. Uiuiuiuiui…. Ist aber schon etwas her oder? 3 Wochen? Oder ist das nochmal passiert?

    • Kommt wohl hin. Hier kommt alle zwei Tage ein Beitrag für die nächste Zeit, wollte nicht alles raushhauen und dann wieder lange nichts haben

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