Eine Busfahrt die ist … naja

Gegen 19:00 Uhr sollte ich am Busbahnhof sein – um ca. 18:30 Uhr erreiche ich die Einfahrt. Nach dem ich die Stelle gefunden habe an der ich warten soll und mir eine Dame, die für den Parkplatz zuständig zu sein scheint, bestätigt hat dass ich hier richtig bin, mache ich mich noch schnell auf um mir ein Wasser und ein paar Snacks zu besorgen.
Es ist kurz nach sieben – kein Nachtbus in Sicht. Jedoch ein Mann der aus seinem Geländewagen steigt, fragt mich ob ich nach Hue fahre und will mein Ticket sehen. „Ok, folge mir – ich fahre langsam – der Bus hält in der Nähe meines Büros“
Irritiert aber mit dem Gedanken: „Wird wohl richtig sein“ folge ich Ihm – er fährt wirklich langsam… Nach wenigen Minuten erreichen wir die „Haltestelle“. Motorrad abgestellt und mit ein paar Anderen auf die Ankunft warten.

Der Bus erreicht uns, es ist 19:45 Uhr – die Motorräder werden teils zerlegt, dies beginnt mit den Spiegeln *Ups* schon ist der rechte Rücksiegel auf den Boden gefallen und „überraschenderweise“ zersprungen. Der Busmitarbeiter überreicht mir beide Spiegel mit einem Lächeln, als wäre nichts gewesen – Beide zu ersetzten kostet mich nacher 100.000 – Auch das Vorderrad wird abegenommen, in diesem Moment nehme ich aber schon in meiner Koje Platz.
Das zerlegen der restlichen Motorräder benötigt seine Zeit, somit starten wir endlich gegen 20:30 Uhr. Die Fahrt an sich verläuft ohne besonderheiten.

Nach ein paar Stunden Schlaf erreichen wir Hue. Es regnet, viel mehr schüttet es – das zusammenbauen geht deutlich schneller – aber dann beginnt der Spaß erst. Das Schutzblech vorn ist verbogen, der Hinterreifen platt(kaputt), ein Blinkergehäuse gebrochen und als ich los fahre stoppt der Motor nach ein paar Metern. Einige Personen scheinen schon darauf zu warten um einen zu einer „guten“ Garage zu bringen. Ich muss zugeben das ich nicht darauf vorbereitet war und auch deutlich zu müde gewesen bin – somit folge ich Jemandem. Dies führt schlussendlich dazu das ich zwar weiter Fahren kann, aber der Preis für die Reperatur eigentlich viel zu hoch war. Es regnet weiterhin und ich will nur noch ins Trockene – also entschließe ich mich dafür Hue zu überspringen und direkt nach Hoi An zu fahren.

Es regnet fast den gesamten Weg. Die ein oder andere Stelle, vor allem ein Pass ca.  40 Kilometer vor Hoi An, würde eigentlich zum verweilen einladen, ich fahre weiter. Endlich komme ich in Hoi An an und mache mich nach dem einchecken direkt auf dem Weg in mein Zimmer, dusche und verteile meine feuchten Klamotten im Raum.
Mit Flip-Flops, Badehose und Regenjacke geht es danach raus um etwas zu essen zu finden – perfekt gekleidet würde ich sagen.
Während des Essens erblicke ich zwei Deutsche von der Ha Long Bootstour – einer von Ihnen hat zwei Anzüge, einen Gürtel, Schuhe und sieben Hemden in Hoi An bestellt. Die Stadt ist bekannt für Ihre Schneider – innerhalb von zwei Tagen ist alles fertig. Er besorgt sich zusätzlich eine neue Tasche – zum Glück sind die Beiden nur noch zwei Wochen am Reisen.

Eigentlich besteht die ganze Stadt nur aus Schneidern, Klamottenläden, Souvenirshops, Restaurants, Bars und Cafés. Wenn man dies ignoriert sind die Gebäude und die Stimmung die Sie verbreiten wirklich schön und so bald es Dunkel wird erleuchten hunderte Laternen die Strassen.
Am Abend entdecke ich noch zwei weitere Personen aus der Ha Long Bay bevor ich ins Bett falle.
Insgesammt verbringe ich zwei Nächte in Hoi An, das Wetter wird aber nicht wirklich besser, zumindest aber das Essen stimmt einen milde.

Als ich vor ein paar Wochen in Hanoi angekommen bin, war in Hoi An, aufgrund eines Tropensturms Land unter, wortwörlich. Auf eine Nachfrage bei einer Barbesitzering wie hoch das Wasser stand, hält Sie ihr Hand über Ihren Kopf – Unvorstellbar das davon kaum etwas zu erkennen ist. In der Zeit zwischen diesem Ereignis und nun hat auch die Sonne geschiehen, doch nach einem Tag Regen beginnt der Fluss schon wieder leicht über die Ufer zu treten.

Am Tag meiner Abreise versuche ich möglichst früh auf zu brechen – nun dies gelingt mir auch recht gut und bin zeitig auf dem Weg Richtung Süden. Genauer kann ich es an dieser Stelle gar nicht sagen, ich habe mir zwar ein Ziel gesetzte, dies liegt aber in 280 Kilometer Entfernung – eigentlich nicht weit, wenn man nicht in Vietnam auf einer Honda Win unterwegs ist. Nach 5 Minuten muss ich aber schon wieder umdrehen, man hat vergessen mir meinen Pass zurück zu geben, viele Unterkünfte verwahren dieses an der Rezeption während des Aufenthalts. Also zurück und wieder los – dies und der erneut einsetzende Regen steigern nicht meine Stimmung, immerhin habe ich Musik im Ohr und das Motorrad läuft problemlos.

Lange Zeit fahre ich einfach und fahre und fahre – die erste längere Strecke allein, genau genommen auch die Längste. Nach ein paar Stunden mache ich den ersten Halt und siehe da, mein Ziel ist nur noch knapp zwei Stunden entfernt. Glücklich darüber und nach einer kurzen Pinkelpause geht es auf zum Endspurt nach Quy Nhon.

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