Zugfahrt in den Bergen

Nachdem ich mich kurz in meinem Zimmer etwas wärmere Klamotten angezogen habe, schnappe ich mir eines der kostenfreien Fahrräder und mache mich auf in die kleine Stadt. Ich brauche erst mal etwas zu Essen. Schon in den letzten Tagen hatte ich von einem guten indischen Restaurant gehört, zu dem ich mich direkt begebe.
Ein leckeres Mutton mit Chapati möchte ich mich weiter auf den Weg machen, habe aber etwas Probleme mit dem Schloss des Rades. Auch ein Anwohner, der scheinbar diese Art von Schloss kennt, kann es nicht öffnen und ruft jemanden dazu – auch dieser verzweifelt erst, ölt den Schlüssel ohne weiteren Erfolg. Ich soll mich etwas gedulden, er nimmt das Rad eben mit die Straße runter – solle mich setzen und warten. Zunächst etwas skeptisch warte ich, eine ältere Dame die vor dem indischen Restaurant sitzt bietet mir Ihren Stuhl an – nunja Sie besteht mehr oder weniger darauf das ich darauf platz nehme. Nur wenige Minuten später ist das Schloss geöffnet und funktioniert wieder einigermasen. Auf eine Bezahlung oder ähnlich läßt sich der Mann nicht ein.

Also mache ich mich weiter auf den Weg, radel gemütlich an einem Markt vorbei zu einem botanischen Garten – nicht unbedingt ein typisches Ziel für mich, aber außergewöhnlich viel gibt es in Pyin oo Lwin auch nicht zu erleben.
Nach ein paar Minuten rolle ich auch schon durch das große Tor und parke an dafür vorgesehender Stelle. Überraschend viele Anwohner besichtigen die Gärten heute ebenfalls – dementsprechend braucht es nicht lang bis ich nach dem ersten Foto gefragt werde.
Im südlichen Teil der Gärten befindet sich ein einsames Takin zumindest in einem einigermasen großen Gehege – dort treffe ich dann auch mal wieder auf eine Deutsche. Gemeinsam erkunden wir den Rest der Gärten, das Schmetterlingmuseum und den Aussichtturm. Sie kann mir dann noch mit ein paar Informationen für die nächsten Tage weiter helfen, da Sie gerade aus der Richtung kommt.

Auf meinem Rückweg zur Unterkunft halte ich kurz an dem kleinen Bahnhof an und reserviere mir einen Sitz in der Upper Class(2750 Kyat = 1,66€) – nicht das dies unbedingt notwendig gewesen wäre, jedoch will ich sicher gehen das ich ein Platz an der linken Seite des Zuges erhalte. Von dieser Seite hat man einen besseren Blick auf den Höhepunkt der Zugfahrt. Mit erledigter Reservierung mache ich mich dann endgültig auf den Weg zurück und schreibe noch ein wenig. Einigermaßen zeitig krieche ich dann unter die drei Decken nachdem ich den Rucksack für den nächsten Tag auch schon gepackt habe.
Kurz vor Sieben klingelt dann wieder der Wecker. Wie zu erwarten ist es immer noch kalt, daher fällt es nicht gerade leicht sich aus den „Federn“ zu begeben, in knapp 40 Minute geht aber schon der kostenlose Transport zum Bahnhof los und ein wenig Frühstück hätte ich auch noch gern.

Der Bahnhof bietet auch nicht gerade mehr möglichkeiten sich aufzuwärmen, gerne nutze ich aber die Handyaufladestation, da im Hostel der Strom in der Nacht ausgefallen ist und somit mein Akku nicht voll ist. Langsam rollt der alte Zug übers Gleis, hängt noch ein paar Wagons ab und ersetzt Sie durch mehr Sitzplätze. Gemütlich begeben sich alle auf Ihren Platz, die Fenster sind alle hochgeschoben, was aber nicht viel ändert, die zukünftige Geschwindigkeit unserer Reise wird nicht viel Fahrtwind erzeugen – so tuckern wir langsam davon.
Eine weile schieben wir uns übers Land, das regelmäßige rattern der Wagons wirkt einschläfernd, gleichzeit schaukelt einen der Zug wie ein Baby in der Wiege.

An einem Halt wache ich wieder auf. Es ist genug Zeit auszusteigen, einige genießen einen Snack oder einen Kaffee aus der Plastiktüte, Strohhalm inklusive. Ein weiteres Nickerchen trennt mich dann nur noch von unserem Höhepunkt. Langsam – ja noch langsamer – rollen wir die Serpentinen hinab um auf die Höhe des Goteik-Viadukts zu gelangen. An einem „Aussichtspunkt“ halten wir kurz, für manche zu kurz, die letzten Ausgestiegenen müssen auf den schon fahrenden Zug aufspringen. Darauf folgend erreichen wir die alte aber stabil aussehende Brücke die sich über einen Graben inklusive Fluss erstreckt. Am Ende angekommen geht es dann wieder bergauf.

Die restliche Fahrt wechselt sich zwischen Landschaft und weiteren Nickerchen ab. Immer weniger Passagiere befinden sich in meinem Abteil bis an meinem Ziel dann fast der gesamte Rest mit mir aus steigt.
Freundlicherweise von der Unterkunft abgeholt erreiche ich dann das Zentrum von Hsipaw und meine Unterkunft Mr. Charles – dazu aber bald mehr.

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