Hoch, zurück und eine neue Richtung

Mit einer leichten Erkältung sitze ich nun also auf 3.800 Meter am Titicaca See(Quechua: grauer Panther) – dem höchsten schiffbaren Gewässer der Welt. So mache ich mich auf die Suche nach einer Lösung, diese findet sich nur ein paar Häuser weiter: eine Saune, betrieben von einem Franzosen der in Puno vor ein paar Jahren gelandet ist. Eigentlich betreibt er ein Restaurant, war aber nach Besuchen der lokalen Saunen so enttäuscht, das er sich einfach daran gemacht hat eine Eigene zu eröffnen.

Kurz vor meinem Besuch gebe ich noch meine Wäsche ab und freue mich dann über eine Sauna für mich allein, denn während ich mich endlich aufwärmen kann, schaut kein weiterer Gast vorbei. Gut drei Stunden verbringe ich hier, bevor ich relativ erschöpft aber gut aufgewärmt wieder in mein Hostel zurück kehre.
Am nächsten Morgen, bevor es raus auf den See gehen soll, hole ich meine Wäsche ab. Die lange Hose fehlt aber leider – diese erhalten ich dann erst am Nachmittag. So geht es also in kurzer Hose aber mit drei Oberteilen zu den schwimmenden Inseln der Uros. Ein paar Stunden schauen wir uns auf den aus einer Art Torf und Halmen gebauten Inseln um. Bekommen ein kleinen Einblick in Ihr Leben und die Bedinungen.
Ich fühle mich dabei ein wenig eingeengt auf den paar Quadratmetern die sich bis zu fünf Familien teilen. Mit den Solarpanelen gibt es zumindest elektrisches Licht, das war es dann aber auch schon an Luxus.
Nach einem Halt an einem Restaurant auf einer anderen Insel geht es auch schon wieder zurück.

Für mich ist in Puno auch der Punkt gekommen an dem ich mich entscheiden muss. Eigentlich wollte ich von hier in das nur wenige Kilometer entfernte Bolivien. Doch halten mich die Temperaturen ein wenig davon ab, ich möchte nicht meine letzten Monate dauernd frieren. „Letzten Monate?“ Dazu komme ich noch.
Nach einem langen Prozess plane ich also meine Rückkehr nach Lima und von dort soll es Richtung Equador und Kolumbien gehen. Doch zunächst kann ich mich am nächsten Morgen noch von Amy verabschieden, die auch endlich in Puno angekommen ist. Sie ist deutlich besser auf kalte Temperaturen vorbereitet und hat bereits ein Flug von Santiago zurück nach England.

Nach der Verabschiedung gehe ich zum Bus Terminal. Der erste Bus des Tages dauert gut 6 Stunden und bringt mich zunächst nach Arequipa. Hier genieße ich noch ein Mittagessen mit Jemanden bevor es weiter nach Lima geht – 16 Stunden – zum glück mit dem besten Sitznachbahr: Niemand. So komme ich zumindest einigermaßen erholt an.
Hier heißt es nun Dinge erledigen, zum einen schleppe ich immer noch über ein Kilo Spanischbücher mit mir rum, die nun nach Hause geschickt werden. Zum Anderen buchen ich Flüge – genau genommen die letzten dieser Reise und die, die mich wieder nach Hause bringen.

Es sind noch knapp zwei Monate bis ich in Deutschland lande, aber schon in den letzten Wochen stieg meine Lust immer mehr wieder Heim zu kommen. Nun zu wissen wann es so weit ist, läßt mich hoffentlich wieder mehr auf das hier und jetzt konzentrieren.
Morgen geht es dann wieder raus aus Lima Richtung Norden.

Achterbahn der Gefühle

Da wir schon am Busbahnhof sind und das Angebot gut klingt steigen wir in den Bus, anstelle eines Zuges nach Banyuwangi. Rucksack unten rein, wir in die engen Sitze gequetscht, super start – aber so weit nichts ungewöhnliches. Jetzt schon hat die Klimaanlage Probleme die Temperatur unten zu halten. Zu unserer Überrachung steigen alle paar Meter neue Passagiere ein, diese blockieren dann bald den Gang, was Verkäufer mit „Bauchladen“ aber nicht davon abhält sich dennoch durch den Bus zu quetschen. Mit der Situation irgendwie abgefunden geht es vorwärts, langsam.
Nach einer weile sollen wir plötzlich den Bus wechseln, natürlich nur wir Ausländer – „Nein, ihr müsst nicht extra Zahlen“ beruhigt uns einer der Mitarbeiter im Bus, deutet noch auf einen Reifen und versucht uns klar zu machen, das es dort ein Problem gibt. Unsere Rucksäcke sind angeblich in windeseile auch schon im anderen Bus, was ich zum Glück sofort überprüfe – meiner fehlt. Sofort raus und zurück zum ersten Bus – natürlich finde ich den Rucksack dort, erhalte zwar eine Menge Entschuldigungen, meine Laune ist aber schon unten. Nachdem dann wir dann mit Gebäck im nächsten Bus Platz genommen haben geht es weiter. Unser erster Bus fährt mit dem „Problem“ am Reifen überraschend schnell an uns vorbei und verschwindet bald aus dem Sichtfeld.

All unsere Rucksäcke liegen auf der hintersten Bank, der Drensteinfurter und ich direkt davor – daher lege ich auch meine kleine Tasche dazu und halte nur meinen Laptop in Händen, was ich eigentlich nicht tue. Südostastien war aber so weit so freundlich und sicher was Diebstahl angeht, das ich mich keine weiteren Sorgen mache. Neben unseren Sachen sitzt ein Indonesier, der so weit freundlich wirkt.
Nun, ein wenig kann man schon erahnen wohin dies führt. Als ich nach ein paar Stunden mein Handy mit meiner Powerbank laden möchte, stelle ich fest das meine kleine Tasche viel zu leicht ist, um genau zu sein, Sie ist leer. Kamera, zweites Objektiv, PowerBank(warum, die kostet doch nichts) weg. Ich bin ehrlich geschockt und weiß zunächst was ich sagen oder tun soll. Die nächsten Minuten geht es mir nicht besonders gut, überlege wann ich das letzte Mal die Fotos gesichert habe – natürlich viel zu lange her. Abgesehen vom Preis für eine neue Kamera, ich fühle mich bescheiden.

Auffälig unschuldig zeigt sich der Kerl der direkt daneben sitzt, zeigt seine Tasche, das er nichts hat und zwischendurch auch weiter vorne gesessen hätte. Wirklich klar denken kann ich in diesem Moment nicht und versuche mich zu beruhigen, setzte mich warte… auf was auch immer.
Irgendwann stehe ich wieder einmal an der hinteren Tür, die allzeit offen steht, und schaue hinaus als der Sitznachbar unseres Gepäcks hinaus, an mir vorbei will. Erneut schaut er mich sehr merkwürdig an bevor endgültig verschwindet.
Die restliche Fahrt zieht sich ewig bis wir endlich in Banyuwangi angekommen sind – zwischendurch konnte ich zumindest einmal kurz lachen.
Beim aufsammeln der Gepäckstücke taucht plötzlich meine Kamera auf, anscheind habe ich doch noch rechtzeiig nach meiner Tasche geschaut und habe den Dieb gestört, so dass dieser die Kamera einfach hat unter den Sitz verschwinden hat lassen. Auch nach weitere suchen kann ich zwar nicht das zweite(zum Glück günstigere) Objektiv finden, bin aber super glücklich zumindest Kamera, Objektiv und Bilder wieder zu haben.

Nach diesem physisch wie psychisch anstrengenden Tag machen wir drei uns nur auf den Weg zu Unterkunft und suchen nach Schlaf.

Auf nach Bagan

Während sich Simon sich mit der Deutschen im Bus über Tag schon auf dem Weg nach Bagan macht, möchte ich nochmal über den Markt und am Abend mit dem Nachtbus folgen. Pengyuan nimmt ebenfalls am Morgen einen Bus, dieser führt Ihn aber nach Mandalay und darauf folgend zum Flughafen und nach Hause.

Den Tag gehe ich sehr gemütlich an, Na Ree begleitet mich zum Markt – Sie hat sich auch für den Nachtbus entschieden, war aber bereits in Bagan und wird somit nun Mandalay aufsuchen. Wo wir uns wieder treffen wollen – denn Simon macht sich bald auch auf den Weg Heim.
Gemeinsam warten wir dann auch am Abend auf unsere Busse, ich eine halbe Stunde länger. Froh darüber den teuersten gewält zu haben lehen ich mich zurück in meinen Sessel und strecke meine Beine aus.
Am ersten Halt werden die Koreanerin und ich beide Überrascht, davon das die Busse nebeneinander halten.
Die restliche Fahrt verläuft ruhig und ich kann zumindest ein paar Stunden schlafen.

Am frühen Morgen, gegen 4:40 Uhr, erreiche ich dann Bagan – erneut ist die Bushaltestelle natürlich viel zu weit außerhalb. Zumindest ein Franzose muss in die selbe Richtung, somit teilen wir uns das Taxi.
Am Hostel trinke ich zwei Kaffee bevor ich mich dann mit einem E-Roller ausrüste. Wenn ich schon einmal wach bin, kann ich auch gleich den ersten Sonnenaufgang mitnehmen.
Mit Kamera und Roller geht es dann zu einem Punkt den mir jemand in den letzten Tagen mitgeteilt hat – unglücklicherweise ist der Weg hinauf auf die Pagode leider verschlossen. Die muss dann auch eine Gruppe von Mädchen feststelle die kurz nach mir ankommt. Mit noch genügt Zeit prüfen wir einen weiteren Punkt welcher auch abgeschlossen ist.
Dann folgen wir einer Frau die uns kurz zuvor schon zu Ihrem „geheimen“ Punkt zu bringen – was auch immer Sie dafür als Gegenleistung haben möchte.

Nur knapp zwei Minuten später sind wir schon angekommen und können endlich einen erhöhten Posten beziehen um auf den Sonnenaufgang zu warten. Nachdem die ersten Sonnenstrahlen über Wälder und Pagoden scheinen, beginnen auch die Heißluftballone sich zu erheben. Für eine ganze Zeit verweilen die meisten Leute hier bevor sich die Masse langsam auflößt und jeder sich wieder auf seinen Weg macht. Die Frau die uns herführte möchte am liebsten noch etwas Geld mit Ihrem Shop verdienen, aber keines Ihrer Produkte lößt begehren bei mir aus.

Mein Weg führt mich nicht ganz direkt zunächst zurück zum Hostel, in welchem ich ein paar Minuten später auf Simon wieder treffe. So wohl er als auch die Deutsche machen sich dann mit mir auf die weitere Gegend mit dem Roller zu erkunden – zunächst aber ein Snack in einem kleinen Restaurant. Danach sammeln wir auch zwei weitere Deutsche ein die wir von Inle Lake kennen ein, so macht sich unsere kleine Gang auf die Wege zwischen den Pagoden unsicher zu machen.
An einigen Pagoden halten wir, an Wenigen ist der Weg nach Oben möglich. So vergeht der Nachmittag bis meine Batterie anfängt zu blinken. Auf direktem Weg geht es zum Verleih, welcher mir einfach einen anderen Roller zur Verfügung stellt. Mit diesem geht es dann zu unserem auserkorenen Aussichtspunkt für den Sonnenuntergang.

Nach dem es von diesem zurück zum Hostel geht, gibt es noch ein Abendessen und einen frühen Schlaf – ein langer Tag geht zu Ende.