Tiflis Altstadt

Am Abend meiner Ankuft beginnt, passenderweise ein zwei tägiges Stadtfest, also mache ich mich nach kurzer Orientierung auf in die Straßen. Hier und da gibt es ein wenig Musik und viele Stände, aber wenig wirklich interessantes, so zieht es mich bald zu einem Couchsurfing MeetUp, bei dem ich dann den Rest des Abends verbringe und dementsprechend spät am nächsten Tag aufstehe.

Der nächste Morgen beginnt langsam, das Bett ist bequem, das Wetter nicht besonders sonnig und der erste, so weit auch einzige, Punkt auf meiner Liste für diesen Tag ist eine Walking Tour durch die Altstadt, welche um 12:00 Uhr beginnt.
Ziemlich pünktlich für diese Aktivität schaffe ich es auch zum Startpunkt. Natürlich sind auch weitere Deutsche mit dabei. Dimitri, unser Führer, bringt uns zunächst durch eine 2-3 Hundert Jahre alte Wohnsiedlung, mitten in der Stadt. Daruf folgt ein besonderer Glockenturm, die zweit älteste Kirche in Georgien und die älteste Bäckerei der Stadt. Nach einer kleinen Pause geht es weiter um an den Sulfit Bädern zu enden, ein leichter Geruch von verfaulten Eiern unterstreicht dies.

Teile der Gruppe gehen dann gemeinsam in ein Café welches wir unterwegs gesehen haben. Die Gruppe wird kleiner beim weiter gehen und teilt sich weiter. Am Ende gehe ich mit einem Slowaken über einen Flohmarkt bevor auch er sich auf den Weg macht.
Von hier gehe ich auch in mein Hostel um meinen Flug nach Hause zu planen – so langsam habe ich ein Gefühl wieviel Zeit ich noch in und um Georgien benötige.

Der nächste Morgen bricht an, dieses mal auch mit deutlich sonnigeren Aussichten. Somit geht es noch ein wenig den Hügel hoch, an dem meine Unterkunft liegt. Neben einer Statue der Mutter von Georgien blicke ich über die Stadt. Von hier geht es mit ein wenig Umweg wieder in die Bereiche, die ich gestern schon mit der Walking Tour erkundet habe – dieses mal aber mit deutlich besseren Lichtverhältnissen für Fotos. Nach dem einiges davon nachgeholt ist buche ich mich ein für eine ehr touristische Tour am nächsten Tag, denn nicht nur die Stadt, sondern auch Ihrere Umgebung hat einiges zu bieten.

Mit schönen Blick über die Stadt, setze ich mich auf die Terrasse des Hostels und versuche zunächst ein wenig zu schreiben. Weit komme ich damit aber nicht, bald nachdem ich anfangen möchte setzt sich ein deutsches Pärchen dazu und schon ist der Abend mit Gesprächen gefüllt. Am Vorabend scheinen Sie auch schon neben mir gesessen zu haben, da war ich aber zu vertieft in Flugsuche. Jetzt scheint es mir schon so, das ich durch die begrenzte Zeit die ich habe, ich schneller bzw. intensiver Unterwegs bin – es bleibt weniger Zeit sich mal hin zu setzten und einfach zu schreiben.
Zeitig sehe ich dann am nächsten Morgen zu auf zu stehen und mich zum Abholort für die Tour zu begeben.

Ereignisreiche Fahrt nach Tiflis

Zeitig stehe ich auf, dabei entdecke ich auf meinem Handy das es angeblich nur -4° außerhalb sind – hier in den Bergen ist das Wetter doch ein wenig anders als im Tal.
Am Busstopp angekommen finde ich zwar schnell den ersten Transporter(Marshrutka) der nach Sugdidi fährt. Von dort möchte ich dann am Abend mit dem Nachtzug nach Tiflis weiter. Erstes Problem ist natürlich das ich der erste bin und der Fahrer von einer Abfahrt gegen 12:00 Uhr ausgeht – nicht wirklich begeistert frage ich mich noch ein wenig um, das Ergebnis bleibt aber das selbe. Dann hält ein älterer Herr neben mir, er ist privat gerade eh in die Richtung unterwegs und würde mir anbieten, für den normalen Preis, mich direkt mit zu nehmen. Das klingt super, also geht es auf den Beifahrersitz und los.

Viel Unterhalten können wir uns nicht, aber schnell stellt sich raus das er sogar bis Tiflis weiter fährt. Ein wenig überlege ich ob ich auch auf dieses Angebot nicht eingehen soll. Kurz vor unserem Ziel entscheide ich mich dann endgültig mit Ihm zu fahren – sein Fahrstil ist auf jeden Fall deutlich vernünftiger als der von meinem Fahrer nach Mestia.
In Sugdedi sammeln wir noch einen Freund von Ihm ein, dann geht es weiter. Bald dann der nächste Stopp bei dem ein paar Mandarinen am Straßenrand gekauft werden – ich bekomme auch eine ab, Sie ist sehr süß. Bei dieser Gelegenheit biete ich dem hinten platzgenommenen Freund an sich nach vorne zu setzen, so könnten die Beiden sich besser unterhalten. Er gibt mir an das so schon in Ordnung ist und er auch Anschnallgurte nicht mag – diese werden in Georgien scheinbar nur in den vorderen Sitzen benötigt – im Gegensatz zu Asien schon mal eine deutliche Verbesserung.

Um so niedrieger, um so schneller sind wir auf dem Weg, dann gibt es sogar etwas wie eine Autobahn. Bei durchschnittlichen 120 km/h beginnt der Transporter dann aber an Probleme zu machen. Mit meinem geringen Verständniss würde ich sagen, etwas mit dem Getriebe. Immer wieder bremst der Mann, schaltet in Allradantrieb, dann mit Sperrdifferential und zurück in Frontantrieb. Wirklich helfen tut nichts davon.
Nach einer Weile erreichen wir ein paar Werkstätten, bei denen nach Öl gesucht wird, einer der Handwerker gibt aber zu verstehen das es daran nicht liegt und genug vorhanden ist. Also geht es weiter, aber nur wenige Minuten später werden wir dann von der Polizei rechts ran gewunken und kurz darauf sehen auch wir die Rauchwolke die aus dem Motorraum aufsteigt

Direkt schnappt sich ein Polizist einen Feuerlöscher – der aber scheinbar leer ist, also fragt man bei den vorbei fahrenden Autofahrern. Ein Funktonierender ist schnell gefunden und auch ein paar Liter Wasser werden zum kühlen eingesetzt. Dann rückt auch schon die, wahrscheinlich von der Polizeit gerufene Feuerwehr an – die aber nach kurzer Zeit und unverrichteter Dinge wieder fährt.
Für mich ist dann schnell klar das ich so nicht mehr bis nach Tiflis komme. Beim anhalten eine Marshrutka zu meinem Ziel hilft mir noch der Freund des Fahrers und man verabschiedet sich.

So kann es dann auf den Weg für die letzten Kilometer gehen. Nun, knapp eine halbe Stunde später geht mein neuer Fahrer schwer in die Bremsen, bis es dann doch knallt. Ein Reisebus vor uns wird dabei von uns getroffen und mein Kopf trifft den der Person vor mir. Zum glück war es ein relativ sanfter stoß. Der, natürlich deutschen, Frau vor mir und mir geht es gut und nachdem auch klar ist das die Stoßstange noch dran ist, kann es auch mit der Fahrt weiter gehen.
Das mir mein Rucksack dann noch kurz vor ende, aus der Ablage, auf den Schoß gefallen ist, ist ja kaum noch erwähnenswert, bei diesem Tag.

Freundlicherweise läd mich dann das Pärchen, zu dem die Frau gehört mit der ich angestoßen bin, noch zu der U-Bahn Fahrt ein, die mich ins Stadtzentrum bringt – so brauche ich zumindest erstmal keine U-Bahn Karte kaufen – die beiden waren bereits ist Tiflis.
An meiner Station angekommen brauche ich noch eine gute viertel Stunde bis ich in meinem Hostel ankomme.

Noch ein wenig erkunden

Es dauert eine weile bis ich es vom Stuhl hoch schaffe – so lange unterhalte ich mich mit dem älteren Herren der ebenfalls in meinem Zimmer schläft. Zufälliger Weise kann ich Ihm natürlich auch gleich mit seinem Netbook helfen, bei dem zum einen die Festplatte voll ist und zum anderen der Touchbildschirm scheinbar Probleme macht(der Risse im Display könnte daran natürlich schuld sein – also deaktiviere ich einfach den Treiber und sage Ihm das Der nicht mehr funktioniert, sich Zuhause das aber jemand noch mal in Ruhe anschauen kann). Nach dem Beheben der Probleme ist er glücklich und ich schaffe es mich zur Dusche auf zu machen. Danach setzte ich mich mit meinem Notebook zu Ihm und bearbeite die ersten Fotos.

Ich lade die Bilder auch gleich hoch, um mich dann auf den Weg zum Abendessen zu machen. Der Abend wird mit dem deutschen Paar gefüllt und zu späterer Stunde auch noch einer Katze, die von den Beiden am liebsten mit nach Deutschland genommen werden soll.

Die Wetter Vorschau für den nächsten Tag sieht nicht besonders gut aus, überrascht dann aber doch als ich aufwache. Spontan überlege ich mir noch eine Nacht länger zu bleiben.
Zunächst spaziere ich ein wenig durchs Dorf, mache Fotos – unter anderem von den circa 40 Türmen, die überall verteilt für die Verteidigung gesorgt haben – Nein, nicht von Allen dieser Türme. Auf einen klettere ich dann aber noch hinauf. Mit sehr wackeligen Leitern und schmalen Öffnungen in den Böden, ist dieser Aufstieg sicherlich nicht für Jeden etwas – spätestens bei der Besteigung des Dachs, sind viele sicherlich skeptisch – die Aussicht ist aber wundervoll.

Nach einem kurzen Museums Besuch, schnappe ich mir mein Notebook und mache ich es mir einmal mehr in einem Kaffee gemütlich um die letzten Tage endlich aufzuschreiben. Hier treffe ich dann die Bedienung, der gerade eine Reise durch Asien plant – zu dem sitzt neben mir eine Brasilianerin mit deutschen Wurzeln, die gerade auf Ihrer Weltreise ist.
Zwei Kaffee und ein tolles Gespräch später sitze ich noch kurz in meiner Unterkunft um diese Zeilen zu schreiben. Während eine Dame die hier wohnt mir gerade einen Teller mit Äpfeln und einem Messer hingestellt hat. Viel Zeit bleibt mir dafür aber nicht, um 17:00 Uhr beginnt eine Filmvorstellung – ein Film der in Ushguli(Nachbarort) spielt, angeblich sehr düster, aber wenn ich Ihn nicht hier schauen sollte, wo sonst.

Der Film ist vorbei und es bleibt ein wenig fader Beigeschmack zurück – ein sicherlich gut gemachter Film der wirklich wiederspiegelt wie es in dieser Gegen noch vor ein paar Jahrzenten war, ein mehr oder weniger Happy End gab es aus. Kurz zusammengefasst: Frauen haben zu tun was die Männer Ihnen sagen und wenn etwas schief geht sind Sie auch schuld – wenn jemand Krank ist wird gebetet anstelle von Medezin verabreicht.
Für mein Abendessen suche ich mir DAS touristischeste Restaurant raus, ein kleiner Tisch direkt neben der Tür wird dann meiner. Das Essen ist wieder einmal sehr lecker, dazu gibt es einen selbst gemachten Früchtetee – ich spüre eine leichte Erkältung, die aber schon in Deutschland angefangen hat.

Bevor ich mich zum schlafen hinlege, bereite ich meinen Rucksack noch vor, am nächsten Tag geht es dann weiter – mit einer deutlich anderen Fahrt, als ich es in diesem Moment erwarte.

Kühe auf der Straße und Verteidigungstürme im Dorf

Die versprochenen 10 Minuten später geht es dann los, kurz vorher schnappe ich mir noch drei Äpfel aus einem Markt.
Am Flughafen vorbei und weiter geradeaus, insgesamt ist die Fahrt recht unspektakulär. Immer wieder halten wir um Gäste rein oder raus zu lassen. Kurze Zeit später mache ich dann erst einmal wieder ein Nickerchen.
In Zugdidi angekommen, lässt der Fahrer uns direkt bei einem Bus raus der zu unserem Ziel fährt und dann warten wir und warten und warten. Es ist der letzte Bus in der Reihe, wohl kein guter Ort um Gäste an zu locken. Zwischendurch fahren andere Wagen an uns vorbei die nach Mestia fahren. An dieser Stelle fragen wir uns dann ob wir in Kutaissi nicht auf den Bus warten hätten sollen, der direkt durchfährt.
Bis wir dann endlich starten gibt es für den einen ein Eis und der Andere besorgt sich ein paar Kekse(alle sehr hart und trocken). Mit uns dreien warten natürlich auch einige Georgier, aber auch ein deutsches Pärchen.

Nach einer gefühten Ewigkeit haben wir dann endlich genug Gäste im Wagen um los zu fahren. Dann scheint der Fahrer aber auch richtig auf zu wachen. Mit allem was der alte Motor her gibt rast er über die Straße, manchmal nur wenige Centimeter an einer Kuh vorbei. Wenn gerade keine Kuh da ist, die hier sehr oft einfach frei herum laufen, gibt es einfach ein waghalsiges Überholmanöwer.
Bei etwa der Hälfte der Strecke gibt es eine kurze Pause um nach ein paar Minuten den Entspurt zu beginnen.
An einem Stopp steht ein winziges Auto bereit um drei riesige Säcke mit Klamotten abzuholen, am Nächsten kann man einen Gletscher in den Bergen erkennen. Für eine lange Zeit fahren wir auch an einem mintfarbenen See vorbei, der mich ein wenig an den Lech(Fluß) in Österreich erinnert.

Endlich erreichen wir Mestia, von desen Busstation es nicht weit bis zu meiner Unterkunft ist. Die beiden Jungs kommen mit und haben mit den letzten beiden Betten glück. Nach ein wenig Planung gehen wir noch gemeinsam Essen und hauen uns ins Bett, für alle soll es wieder früh raus gehen.
Während ich in Mestia nur eine Tageswanderung plane, wollen die Jungs eine vier Tage Tour nach Ushguli machen. Ushguli ist das höchste, durchgehend bewohnte Dorf in Europa – nun könnte man natürlich sagen das Georgien ja schon in Vorderasien liegt, aber die Georgier fühlen sich definitv ehr Europa zugehörig.
Nach einer Verabschiedung am Morgen, mit der Aussicht das man sich in der Hauptstadt wohl wieder sieht, mache ich mich direkt auf den Weg.

Laut Bericht den ich gelesen habe geht es nun 2-3 Stunden bergauf, zum ersten Gipfelkreuz und einer kleinen Hütte. Ein wenig überrascht erreiche ich dies schon nach einer Stunde und vierzig Minuten. So weit ist der Weg schon einmal sehr interessant und mit tollen Ausblicken. Zu dem konnte ich kurz einen Specht erblicken. Um so höher es geht um so herbstlicher sehen die Bäume aus, bis die Laubbäume durch Nadelhölzer ersetzt werden und dann gar keine Bäume mehr vorhanden sind. Einen kurzen Blick werfe ich vom Hüttchen auf das Dorf, welches mir nun zu Füßen liegt, dann geht es weiter, denn am Nachmittag soll es anfangen zu regnen.
Generell geht es bei diesem Weg aber deutlich mehr um die Aussichten. Zur Linken der Eingang des Tals, zur Rechten wird es immer enger und überrall dazwischen schneebedeckte Gipfel.

Nach eine kurzen Pause an den kleinen Seeen am Ziel mache ich wieder auf den Weg zurück. Nachdem es nun etwa 1300 Meter bergauf ging, steht nun, nur bergab an. Zwischendurch treffe ich noch das deutsche Paar welches im Bus saß – wir verabreden uns für den Abend.
Schnell bin ich wieder am Kreuz und dem Hüttchen angekommen, danach werden die Abstände zwischen den Pausen geringer – meinen Knien gefällt bergauf deutlich besser.
Kurz vor der Ankunft in meiner Unterkunft fangen die ersten Tropfen an zu fallen, nachdem ich auf einem Stuhl sitzte und herausschaue fängt es richtig an zu regnen.

Ein Kloster nach dem nächsten

Nach meinem Nickerchen ist der Bus dann auch gut gefüllt und es kann los gehen. Ein paar, welches auch mit mir bei der Höhle am Morgen war, sitzt ebenfalls neben mir. Von Kutaissi sind es nur gut 20 Minuten bis zum Kloster „Gelati“ – dieses befindet sich gerade in der Renovierung, kann sich aber trotzdem sehen lassen. Während ich in der Kirche herumgehe beginnt gerade eine Hochzeit, während die Touristen herum laufen und die Baugerüste draußen herum stehen, aber ok.
Als ich mich durch die anderen Gebäude bewege, habe ich plötzlich das Gefühl beobachtet zu werden und tatsächlich steht auf der Treppe hinter mir eine Chinesin, die mich dabei fotografiert wie ich ein Foto aufnehme. Leicht verschüchtert geht Sie weiter als ich Sie „erwischt“ habe.
Nach einer knappen halben Stunde habe ich alles gesehen und mache mich auf zurück zum Bus, der in ein paar Minuten wieder zurück fahren wird. Doch ich steige, natürlich mit zwei deutschen Mädchen, nach ein paar Kilometern wieder aus.

Es geht noch zu einem weiteren Kloster. Wir haben circa zwei Stunden bis der nächste Bus wieder vorbei kommt und knapp zwei Kilometer bis zu unserem Ziel, zu Fuß hinter uns zu bringen – also los geht es. Nach ein paar Minuten fährt die Chinesin, mit ihrer Mutter(?) in einem Mitwagen an uns vorbei und wingt. Weitere Minuten später scheinen Sie einen Punkt zum wenden gefunden zu haben und sammeln uns drei ein. Wir unterhalten uns ein wenig und erreichen bald das andere Kloster. Nun zu fünft gehen wir die letzten Meter gemeinsam. Uns allen scheint dieses kleinere Kloster deutlich besser zu gefallen. Ziemlich allein am Rand einer Klippe gelegen, ist der Anblick dieser Anlagen doch deutlich idylischer.
Noch bevor wir wirklich durch das Tor schreiten sehen wir wie zwei Männer ein paar Schafe in den Kofferraum eines alten Ladas verladen. Der Georgier, der gerade eines der Lämmer hält, erblickt uns und kommt auf uns zu um das Tier direkt der einen Chinesin in den Arm zu legen. Alle haben Ihren Spaß und machen Ihre Fotos – besonders der Mann ist sehr von der Asiatin begeistert, fast schon ein wenig aufdringlich wirkt er, Sie scheint es aber zu dulden.

Mit einem Wickelrock, um die Knie zu bedecken, erkunden wir auch dieses Kloster ein wenig bevor die Chinesinen sich auf den Rückweg machen wollen und uns anbieten in der Stadt abzuladen. Gerne nehmen wir an und erreichen problemlos unsere Unterkünfte.
Am Abend mache ich zu einem Restaurant direkt am Ufer des Flußes auf um die georgischen Teigtaschen „Khinkali“ zu probieren. Jeweils zwei mit Fleisch, Pilzen und Käse bestelle ich mir, dazu einen Gurken, Tomaten Salat mit Walnüßen.
Gesättigt geht es auf dem Weg zurück um mich im Hostel noch mit ein paar anderen Deutschen auf der Veranda zu unterhalten. Zwei Jungs wollen sich am nächsten Tag in die gleiche Richtung auf machen, also planen wir für den nächsten Morgen den Wecker zusammen.

Innerhalb kurzer Zeit ist am nächsten Morgen auch alles gepackt, somit geht es weiter zur Bushaltestelle. Mit der Nummer 1 geht es zum Busbahnhof. Nach ein wenig Sucherei finden wir einen Bus der in 10 Minuten zu einer Stadt auf dem Weg fährt, von dort soll es dann mit einem weiteren Bus zum endgültigen Ziel „Mestia“ gehen. Vorher hatten wir auch schon einen direkten Bus gefunden, dieser wird aber noch zwei Stunden warten bis es los geht und sah auch kleiner und unbequemer aus. Diese Entscheidung werden nachher noch ein wenig in Frage stellen…

Ein Monat Pause und dann?

Da ist mein ein Monat daheim und es ist fast so wie auf Reisen, Alles ist irgendwie anders. Man muss sich an vieles wieder gewöhnen, bei anderen Dingen ist es auch mal schön sich wirklich wieder aus zu kennen. Ich habe in diesem Monat auch sicher noch mehr erlebt als in einem „normalen“ Arbeitsmonat.
Die Familie wieder treffen, Freunde treffen, Mahlzeiten und vor allem Käse wieder essen den man vermisst hat, Motorrad fahren, Konzerttermin, … und zwischendurch habe ich auch einfach die Tage genossen wo einfach mal nichts anstand.

Wesentlich für diesen Monat war aber auch sicher die Termine die ich mit meinem alten Arbeitgeber hatte. Was zählt ist am Ende wohl, dass es im Januar wieder los geht – mit Reisen? – Nein mit der Arbeit. Mit Reisen fülle ich die Zeit bis dahin. Erstes Ziel ist Georgien und nach aktuellem Plan auch noch das ein oder andere Nachbarland bis es im November erst einmal wieder nach Hause geht um einen Besuch zu empfangen.

Früh am Montagmorgen geht es nach Dortmund zum Flughafen und mit Wizzair einige Stunden Richtung Kutaissi. Sicherlich der längste Flug den ich je in einem Billigflieger machen würde, der Sitzkomfort ist schon sehr beschränkt.
Nach der Landung werde ich freundlich von der Grenzmitarbeiterin willkommen geheißen. Schnell ist ein Bus in die Stadt gefunden, der einen sogar direkt an seiner Unterkunft raus lässt. Eine ganze weile dauert es auch bis wir über die holprigen Straßen langsam ins Zentrum kommen, bzw. überhaupt in die Stadt. Die ersten Zeichen dieser sind dutzende KFZ-Werkstätten die sich aneinander reihen.

An meinem Hostel angekommen werden wir von dem Oberkörper freien Mitarbeiter begrüßt und auf die Betten verteilt. Wir? Nun, mit mir sind noch ein paar andere Deutsche ausgestiegen und zwei standen auch schon im Hostel als ich die Tür öffnete. Neben dem Flieger aus Dortmund scheint auch gleichzeitig einer aus Berlin angekommen zu sein.
Mit einem aus eben diesem zweiten Flieger, mache ich mich nach kurzer Zeit auf einen Bankautomaten zu suchen. Zusammen geht es dann noch ein wenig auf Erkundungstour. Zunächst zu einer Kirche die über der Stadt thront um dann über einen Markt zu einem Restaurant zu gehen – welches sich als wunderbare Wahl heraus stellt.

Nach einer guten Nacht versuche ich einigermaßen früh auf zu stehen – nun sei dabei gesagt das ich diese in einem Monat in Deutschland kaum geschafft habe. Nach einem kleinen Umweg finde ich dann aber auch den Bus der mich in die korrekte Richtung bringt. Zwischendurch gibt es einen fliegenden Wechsel um dann ein paar Minuten später vor der Prometheus Höhle zu stehen. Diese Höhle wurde erst 1984 entdeckt und ist seit ein paar Jahren, zum Teil, für die öffentlich geöffnet. In einer geführten Tour geht knapp 2 Kilometer durch die, mit LED, sehr farbenprächtig beleuchteten Gänge und Hallen.
Am Ende wird man dann von der strahlenden Sonne etwas geblendet – generell ist es hier sogar noch wärmer als ich es erwartet habe, das kann sich in den nächsten Wochen und mit ein paar Höhenmetern mehr aber noch ändern.

Auf dem gleichen Weg geht es wieder zurück. wieder in Kutaissi angekommen, habe ich ein paar Fragen für das Touristenbüro, teils für heute und ebenfalls für meine Weiterfahrt am nächsten Tag.
Mit den frisch erhaltenen Informationen geht es für mich gleich zum nächsten Bus, in dem ich, während wir darauf warten das noch andere Gäste einsteigen, erst einmal ein Nickerchen halte.

FAQ – Was war das Beste?

Nicht selten wurde mir in den letzten Wochen und Monaten schon die ein oder andere Frage mehrfach gestellt. Nun gehe ich auf diese noch einmal ein und hoffe auch Euch damit ein wenig weiter zu helfen.
Die, wahrscheinlich häufigsten Fragen – und dabei mit am schwierigsten zu beantwortbaren – die ich mir gestellt wurden sind:

  • Wo war es am Besten? Welches Land ist das Beste gewesen? Was hat dir am meisten gefallen?

Meistens habe ich dies dann etwas aufgebrochen:

  • Kultur:
    • China:
      Mit China hat es natürlich gleich mit einem der Länder begonnen die am unterschiedlichsten ist. Tempel, Paläste und natürlich vor allem die Mauer haben deutlich eindruck hinterlassen
    • Kambodscha:
      Angkor war eines meiner wichtigsten Stopps auf dieser Reise, die Erwartungen waren extrem hoch und wurden kaum enttäuscht. Ich habe jede Minute in diesen Anlagen genoßen
  • Essen:
    • China:
      Direkt geht es weiter mit China; egal was ich hier gegessen habe, es hat mir einfach unglaublich geschmeckt. Allen voran diese runden Fleischbröttchen in Xián.
    • Thailand:
      An einem Pad Thai ist nunmal nichts aus zu setzen und auch die restliche Thai Küche ist sehr gut.
    • Laos:
      Mir hat die Küche in Laos sehr gut gefallen, generell ist Sie sehr nah der von Thailand
  • Natur:
    • Laos:
      Die Wasserfälle in Laos waren fast ausnahmslos atemberaubend und haben dafür gesorgt das ich in anderen Ländern den Wasserfällen kaum Aufmerksamkeit geschenkt habe.
    • Philippinen:
      Mit den paradisischen Stränden die ich hier entdeckt habe, konnten es keine an einem anderen Ort aufnehmen.
    • Peru:
      Ich habe wahrscheinlich nur ein Bruchteil gesehen, da ich meistens auf eine größere Wanderung verzichtet habe, aber hier sind Einige Möglichkeiten offen.
  • Menschen:
    • Generell:
      Fast immer waren die Menschen mit den ich zu tun hatte unglaublich freundlich und hilfsbereit, dabei offen und interessiert.
    • Laos:
      Wahrscheinlich auf Grund der nicht kompletten Überflutung durch Touristen sind die Leute in Laos noch nicht an jeder Stelle damit beschäftigt einem etwas zu verkaufen und gehen einfach ganz locker mit einem um – getoppt wird dies dann in der gleichen weise dann nur noch von:
    • Myanmar
      Das ein oder andere Mal, war es mir schon fast unangenehm wie zuvorkommend und hilfsbereit Menschen zu mir waren. Taxifahrer die einem zum Kaffee einladen, alte Damen die einem ihren Sitz anbieten ….
  • Städte:
    • Hier eine kurze Liste der Städte die mir besonders gefallen haben:
      China: Peking
      Vietnam: Hanoi
      Laos: Luang Prabang
      Singapur
      USA: San Francisco
      Peru: Cusco

Und was ist jetzt das beste Land?
Nun, wenn ich eines wählen müsste, wäre dies wahrscheinlich Laos. Das Essen, die Menschen und die Natur waren einfach toll – bei allen Punkten wahrscheinlich nie DAS Beste, aber immer weit vorne dabei.
Zu dem ist aber vor allem China sicherlich ein Land, welches mich mit am meisten reizt wieder zu bereisen.

 

Habt Ihr noch weitere Fragen? Lasst es mich wissen.

Der letzte „Reisetag“ 2/2

Sehr gemütlich und nach einem kleinen Nickerchen in der New Yorker Subway komme ich mit viel Zeit im Rücken am JFK Flughafen wieder an. Wie gewohnt ohne weitere Kontrolle geht es durch den Security Check direkt zum Gate – raus darf aus diesem Land jeder. Eine ganze Weile schaue ich mich noch in den Shops um bevor ich es mir im Wartebereich gemütlich mache. Dann kann das Boarding beginnen und ich begebebe mich endgültig auf den Weg nach Deutschland.

So müde wie ich bin schlafe ich nach einem Film und der Mahlzeit direkt ein und wache erst zum Frühstück wieder auf.
Der Beamte an der Passkontrolle ist dann auch genau so gut gelaunt wie man es erwartet – nicht. Mit dem Bus komme ich bequem am Hauptbahnhof von Berlin an und genieße meinen ersten richtigen Döner. Generell ist es schon ein bisschen merkwürdig so viele Leute um einen herum zu verstehen, von jedem etwas mit zu bekommen. Glücklich gehe ich dann auch noch am Käseregal des REWE vorbei und schnappe mir zumindest ein wenig für die Zugfahrt.
Da ich einige Zeit habe, mache ich es mir im, für die größe des Bahnhofs, winzigen Wartebereich bequem. Beim Versuch mein Handy ein wenig zu laden muss ich aber feststellen das der USB Port locker ist und nicht funktioniert. Der Zug ist dann aber pünktlich, das Personal freundlich und ich habe einen Sitzplatz. Einmal umsteigen in Hamm und am Gleis in Münster „überraschen“ mich meine Mutter und eine meiner Schwester samt Sohn. Nun, wirklich überrascht wahr ich darüber nicht.

Und dann bin ich wieder Zuhause angekommen…

…354 Tage und 16 Länder später sitze ich wieder dort wo alles angefangen hat.

Der letzte „Reisetag“ 1/2

Ich schaffen es zumindest noch kurz mich mit mit einer Bekanntschaft aus Cusco zusammen setzen bevor ich mich auf dem Weg zum Flughafen machen muss. Aus Bequemlichkeit soll mich ein Uber dort hin bringen, was ich in meiner Kalkulation nicht berechnet habe ist der Feierabendverkehr von Sao Paulo. So sind wir deutlich länger unterwegs als gedacht und wahrscheinlich nur aufgrund der Art und Weise wie sich der Fahrer durch den Verkehr bewegt hat, schaffe ich es noch rechtzeitig zum Ziel.
Direkt durch den Sicherheitscheck, Immigration und auf dem Weg zum Gate noch schnell pinkeln.
Im Flieger sitzen vor mir dann natürlich vier Deutsche. Interessanter ist dabei die Japano-Brasilianerin die neben mir sitzt, Sie hat gerade Ihren Job gekündigt um in Kanada noch einmal zu studieren. Kurz vor Ihrer Abreise gab es dann aber auch ein gutes Angebot bei einem anderen Arbeitgeber – so ist Sie nun etwas am schwanken. Angeblich wird Sie mich wissen lassen wofür Sie sich entscheidet. Es war so oder so ein sehr interessantes Gespräch, dies hat dann aber keine Schuld daran das ich nicht wirklich viel geschlafen habe und entsprechend Müde in New York lande.

Mit entsprechender Befürchtung das Home Land Security wieder Probleme macht, bin ich völlig überrascht wie einfach es dann doch verläuft. Meinen Rucksack gebe ich an einer Gepäckaufbewahrung ab um mich dann mit der Bahn nach Manhatten auf zu machen. Mein nächster Flug geht erst am Abend, nun ist es circa 7:00 Uhr.
Nach einer ganzen Weile und schon mit dem ersten Obdachlosen der in der U-Bahn schläft, steige ich an meiner Ziel Haltestelle aus. Für mein Frühstück habe ich mir Katz’s Delikatessen raus gesucht – welches ich vor Jahren bei Anthony Bourdain gesehen habe. Als ich dort ankomme muss ich aber feststellen das ich die Zeitverschiebung nicht beachtet habe, also bleibt noch Zeit für einen kräftigen Kaffee in der Nähe; welchen ich auch sehr gut gebrauchen kann.

Nach der Öffnung von Katz’s sind die meisten Mitarbeiter noch mit Vorbereitungen beschäftigt. Die ersten Gäste, zwei deutsche Pärchen natürich, haben so eben bestellt und setzten sich unter das „Hier haben Harry & Sally sich getroffen, hoffentlich haben Sie das gleich wie Sie“ Schild. Nach kurzer Zeit kann ich dann auch mein Pastrami Sandwich in empfang nehmen und genießen.
Frisch gestärkt kann meine kleine New York Tour beginnen – zunächst geht es hoch zur Grand Central Station, von außen sieht man dann auch schon das Crysler Building, St. Patricks Katedrale ist ein kleinen Spaziergang entfernt von der ist es nur ein Steinwurf bis zum Rockefeller Center und seiner Dachterasse. Weiter geht es am Times Square vorbei – welcher mich nicht wirklich angesprochen hat – zum Bryant Park, der Public Library und Empire State Building, in dessen Nähe ich ein Chinesisches Restaurant(Xi an’s Famous Food) teste, mein „Fleischbrötchen“ ist nicht so gut wie das Original welches ich in Xi an hatte. Nächste Stopps sind der Madison Square Park mit dem Flat Iron Building und der Union Square Park. In jedem dieser Parks brauche ich eine kleine Pause, ich bin wirklich nicht fit nach der Nacht im Flieger. Nach dem Washington Square Park schaffe ich es noch zum Ghostbusters Feuerwehr Haus und muss mich dann wieder zum Flughafen auf machen – nicht einmal wegen der Zeit, aber ich bin erledigt, dagegen konnte der zusätzliche Iced Coffee und die Cola nicht viel tun.

 

Noch zwei Mal Schlafen

Schon am Abend zuvor bin ich einmal durch meinen ganzen Rucksack gegangen. Alles was ich spätestens Zuhause entsorgen würde, mache ich schon in diesem Hotel. Es fallen vor allem Unterhosen und Socken raus, aber auch ein billiger Regenschutz aus Vietnam und ein paar weitere Kleinigkeiten. So entrümpelt ist nun etliches an Raum im Rucksack frei geworden und ich sollte auch unter den Gewichtsregulierungen von Handgepäck bleiben – nicht das es seit den Philippinen nocheinmal vorgekommen wäre, dass dies kontrolliert wurde – abgesehen davon packe ich fast immer, kleine schwere Dinge(z.B. Vorhängeschloss) in meine Kameratasche, die wurde wirklich noch nie gewogen.

Innerhalb kürzester Zeit ist alles zusammen gepackt und ich genieße noch ausgiebig das Frühstück. Die Taschen hinterlege ich dann an der Rezeption um noch einmal kurz nach Downtown zu gehen. Hier nehme ich dann noch ein paar Fotos, welche ich bei dem schlechten Wetter an der Walking Tour nicht machen wollte bzw. die Bilder wären auch nichts geworden.
Mit dem Plan bin ich schnell durch und setze mich noch kurz in einen Park bevor ich wieder im Hotel ankomme.

Letzter Stopp für heute ist dann ein Café – Bilder bearbeiten, Artikel schreiben und gleich noch kurz jemanden Treffen den ich in Cusco kennen gelernt habe. Dann heißt auf zum Flughafen und hoffentlich ein wenig Schlaf im Flugzeug erhalten – morgen früh sollte ich mich dann in New York wieder finden. Ich habe circa 14 Stunden Layover, dann geht der nächste Flieger der mich wieder in Deutschland landen läßt.

 

Nun zu Brasilien kann ich nicht besonders viel sagen. Lediglich Rio und Sao Paulo habe ich besichtigt, alle anderen interessanten Ziele waren dann doch zu weit weg. Hier ist es sicherlich deutlich mehr anders als in Peru, Equador und Kolumbien, angefangen natürlich bei der Sprache und der portugiesischen Geschichte. Die lokalen Gerichte und Snacks die ich hatte haben mir auf jeden Fall gut gefallen und die Brasilianer scheinen Bier auch sehr zu genießen – es ist sicherlich die größte Auswahl die ich seit Korea gesehen habe. Zu dem gibt es hier ab und zu Brot und Käse – was mir sehr geholfen hat die letzten Tage.