Armenia und viel wichtiger: die Umgebung

Ohne Probleme finde ich mein Café um die Stunden bis zur Busfahrt produktiv zu nutzen. Als es Zeit wird, packe ich meine Sachen zusammen und treffe mich wieder mit Angelica, denn mit Ihr und drei ihrer Freundinen geht es gemeinsam los – das kann spannend werden.
Eine Fahrt durch die gut gefüllten Straßen bringt uns bald darauf zum Busterminal, in dem ich dann die anderen Drei kennen lerne bevor es auch schon in den Bus geht.
Diesmal bin ich mit zwei T-Shirts und Pulli auch auf die Kälte vorbereitet – zum glück ist es dieses Mal gar nicht so schlimm.

Mit wenig Schlaf erreicht der Bus am sehr frühen Morgen das Ziel – ein paar Momente später sind wir dann auch an der Unterkunft angekommen. Das Zimmer der Mädchen ist auch schon verfügbar, währendessen schlafe ich nochmal kurz auf dem Sofa ein.
Von hier geht es heute dann direkt los, wie ich erst jetzt verstehe ist der Plan für heute ein Freizeitpark – hatte ich bei „Tal des Kaffees“ nicht wirklich erwartet, aber warum eigentlich nicht.

Nun brauche ich wahrscheinlich nicht viel über ein Tag in einem Vergnügungspark erzählen. Das Thema Kaffee ist zumindest das ein oder andere Mal zu erkennen und die Menge an Attraktionen beschäftigt uns den Rest des Tages.
Am Abend zeigt Armenia dann das es generell kein besonderer Ort ist um hier her zu reisen, aber ein guter Ausgangspunkt. Viele andere Reisende die ich getroffen habe, sind auch hauptsächlich in Salento untergekommen, welches bei uns für Morgen ansteht.

Nachdem wir noch etwas länger gemeinsam im Zimmer der Mädchen Zeit verbracht hatten, schieben sich einige Pläne für diesen Tag etwas nach hinten. Nach einer Weile schaffen wir es dann aber doch einen Bus zu finden, welcher uns nach Salento bringen wird.

In Salento zeigt sich dann ganz schnell die Menge an Touristen die dieser Ort an sich zieht. Auf dem Hauptplatz schieben sich die Menschen an Restaurants, Saftverkäufern und Souveniershops vorbei. Der Strom führt einen direkt hoch zu einem kleinen Aussichtspunkt oberhalb des Dorfes. Auf dem Weg dorthin schnappe ich mir einen Kaffee aus einem kleines Café, welcher sich dann als einer der Besten rausstellt die ich auf dieser Reise hatte – dazu passend gibt es noch einen Brownie auf die Hand und hoch die Treppen.
Oben erblicken wir dann eine Band und weitere Souvenier bzw. Schmuckverkäufer.
Der Ausblick hält uns nicht besonders lange hier oben, so geht es an einigen Läden vorbei wieder zurück zum Platz, wo es dann zunächst ein Mittagessen für uns gibt.

Kurz vorher werde ich dann noch von einem Kolumbianer angehalten der ein wenig sein Deutsch üben möchte – warum lernen so viele Deutsch? Er hat dann aber zumindest auch die Info, wie wir zu unserem Ziel für den Nachmittag kommen.
Gegessen und nochmal alle zum Klo, danach geht es in einen Jeep, der uns ein paar Kilometer außerhalb der Stadt auswirft. Beim verlassen der Stadt winke ich dann noch der zu, die ich in Tayrona und in Bogota getroffen habe. Nun sind wir an dem Hauptgrund angekommen, warum Salento so beliebt ist: Die höchsten Palmen der Welt.

Eine ganze Weile wandern wir in der Gegend umher – mit mehr Zeit würde es auch noch mehr zu entdecken geben, aber der Morgen war doch etwas chaotisch. Generell ist die höhe dieser Palmen schon unglaublich und wohl nur schwer auf Bildern wieder zu geben.
Mit eintreten der Dunkelheit stehen wir Schlange um in einen der letzten Jeeps einzusteigen, nun ich stehe hinten mit zwei anderen auf einer Stufe. Was aber dafür sorgt das ich den Sternenhimmel genießen kann. Dafür ist eine gute Nacht, mit wenig Licht hier draußen, dennoch war es damals in den Philippinen noch deutlich Dunkler.

Kolumbiens schönste Stadt

Erneut ohne Sitznachbar aber im wohl zweitkältesten Bus der letzten Monate, mache ich mich auf den Weg nach Cartagena. Etwa 13 Stunden später, so genau weiß ich es nicht nachdem ich kurz vor Ankunft wieder eingeschlafen bin und nun nur müde aus den Augen schaue. Beim aussteigen erschlägt einen die schwülwarme Luft und auf der kalten Haut sammelt sich die Feuchtigkeit der Umgebung.
Vor dem Busbahnhof, der dieses Mal wirklich weit ausserhalb ist, stehen Busse die einen in die Altstadt bringen. Den Fahrer zu dem einige aus dem Nachtbus steigen braucht aber noch mehr Gäste damit sich seine Fahrt rentiert. So gurken wir langsam die Straße hinunter, selbst Fahrradrickschas sind schneller als wir – jedoch mit jedem neuen Mitfahrer scheint der Bus einen Boost zu bekommen, so sind wir dann doch bald auf normaler Fahrt.

An meiner Haltestelle angekommen entscheide ich mich gegen eine Empfehlung für ein Hostel und schaue mir zunächst die Unterkunft der Österreichers an, die er ansteuert. Hier ist jedoch kein Bett mehr frei – nach kurzer Recherche finde ich aber etwas nettes um die Ecke.
In angenehmer, klimatisierter Luft erhole ich mich kurz bevor es mit der Kamera durch die Straßen geht.
Dort erwarten mich dann wunderschöne alte Gebäude und das ausschließlich, oder neueren Gebäude sind so dezent das Sie mir nicht auffallen. Neben mir laufen auch noch hundert weitere Touristen umher, Cartagena ist nunmal einer der größten Touristenstädte in Kolumbien – zu recht. Ich genieße es sehr durch die Gassen zu laufen, auch wenn Sonnenbrillenverkäufer und Touranbieter etwas nerven.

Für den Sonnenuntergang geht es dann zu einer Befestigungsanlage im Westen der Stadt, bevor ich mich wieder auf den Weg zum Hostel mache. Dort starten die Planungen für den Abend von zwei meiner Zimmernachbarn und zwei Mitarbeiterinen des Hostels. Zunächst halten wir uns am Trinidad Platz auf, essen und trinken ein wenig, darauf folgt dann der Besuch eines kleinen Clubs.
Entsprechend ruhig starte ich in den nächsten Tag, Wäsche abholen, essen und ein ruhigen Tag machen – am Abend geht es dann mit einem Bier und den beiden Zimmergenossen auf die Sadtmauer.

Der nächste Morgen bricht zumindest ein wenig früher an. Zusammen mit einem Portugiesen geht es heute nach Minca, ein kleines Dorf in den Hügeln der Sierra Nevada de Santa Marta. Ein Taxi zum Busanbieter mit Klimaanlage und dann zunächst in Richtung Santa Marta. Zwischendurch erblicken wir zu unserer Linken den Ozean und zu unserer Rechten erstrecken sich mangrovenartige Gebiete.
Am Zwischenziel angekommen geht es erneut mit einem Taxi zur Haltestelle für den Bus nach Minca. Also schnell dort eingestiegen und nach ein paar Minuten eingeschlafen während sich der Wagen langsam hoch und um die Kurven bewegt.

Diesen Abend genießen wir dann einfach auf der Tachterrasse und überlegen was für den nächsten Tag ansteht.

Lange Wege

Ein Uber bringt mich am Morgen zum Busterminal von Cali. Nach kurzer Zeit ist auch ein Anbieter gefunden der heute noch nach Medellin fährt – passt. An dieser Stelle könnte der Kolumbien Kundige sich natürlich wundern warum ich nicht in Salento halte: kommt noch.
Bis der Bus abfährt bleibt noch mehr als genug Zeit sich ein Wasser zu besorgen, dann heißt es ein wenig warten.
Einigermaßen pünktlich geht es dann los, es ist kurz nach 10 Uhr.
Es vergehen ein paar Stunden bis wir anhalten um zwei Polizisten eine Kontrolle durchführen zu lassen, an mir scheinen Sie dabei nicht interessiert zu sein – einer von Ihnen reicht mir die Hand und fragt ob es mir gut geht, ich bejahe, bald darauf geht es auch schon weiter.
Wieder ein paar Stunden später, eine weitere Kontrolle, dann Mittagspause und später eine dritte Kontrolle – bei dieser werde ich dann zumindest nach meinem Pass gefragt.

Nach gut 8 Stunden fahrt scheint es einige Probleme mit der Strasse zu geben, wir werden deutich langsamer. Diese Situtation verändert sich dann bis wir am Terminal in Medellin ankommen nicht mehr wirklich. So dauerte es gut 12 Stunden bis ich ankomme. Mit Hilfe des öfentlichen WLANs besorge ich mir ein Uber zu einer der Unterkünfte die ich mir raus gesucht habe und haue mich nur noch ins Bett.

Ausgeschlafen spaziere ich zum Startpunkt einer Stadttour durch eines der gefährlichsten Nachbarschaften der Welt – nun zumindest vor 15 Jahre wurde hier täglich zwei Menschen umgebracht. Die Toten mussten dann von den Anwohnern in ein benachbartes Gebiet tragen, da die Krankenwagen als auch die Polizei sich nicht hier her gewagt haben.Für gut zwei Stunden erhalten wir ein interessanten Einblick in die Geschichte, ein Mangoeis und in einem Kaffee probiere ich „Limonad de Caffee“ – ein gekühlter Kaffee mit Limonen Saft, überraschend gut.

Auf dem Rückweg entcheide ich mich dafür ein Stück mit der Metro hinter mich zu bringen. Für 70 Cent komme ich meiner Unterkunft deutlich näher, laufe aber noch durch ein Gebiet in dem die Leute schon beginnen zu feiern – es beginnt gerade das Blumenfest in Medellin. Eben aufgrund dessen fahren kurz darauf auch hunderte von Fahrrädern an mir vorbei, mit Musik und teilweise verkleidet.

Für den nächsten Tag habe ich nicht mehr viel geplant. also kümmere ich mich erst einmal um meine Weiterreise. Gut zwei Kilometer bis zur Metro Station und von dort ein paar Stopps bis zum Busterminal im Norden. Ticket besorgt, Rucksack an einem sicheren Ort hinterlegt und zurück in die Stadt. Nach einem Frühstück, eigentlich Mittagessen, wandere ich durch die Straßen, ein paar alte Gebäude, ein wenig Kunst, nicht ausswergewöhnlich viel zu entdecken. Interessant wird dann aber ein Flohmarkt und ein wenig weiter ein Markt für Handwerksarbeiten. Meine Aufmerksamkeit zieht vor allem ein Stand von zwei Venezuelanern an sich. Sie verkaufen Handtaschen, eigentlich nicht so mein Thema, diese Handtaschen, als auch ein paar andere Dinge an ihrem Stand, sind aber aus venezuelanischen Geldscheinen gefaltet. Wohl ein sehr kreativer Weg seine „wertlosen“ Scheine zu recyclen. Auf der anderen Seite aber auch sehr traurig zu sehen das die Berge von Geld nicht mehr zum einkaufen zu gebrauchen sind. An den Taschen bin ich nun nicht interessiert, kaufe aber einen der Scheine – für mich kann es zumindest gerade nicht nach Venezuela gehen.

Für 20 Cent gibt es dann noch ein kleinen, guten Kaffee bevor ich wieder zum Terminal fahre, meinen Rucksack abhole und mir einen „gemütlichen“ Platz zu suchen um ein wenig zu schreiben. Mal schauen wie der Nachtbus wird und welch heißes Wetter mich an der Karibikküste erwarten wird.

Auf in die Wärme

Nach dem mein Reisepass um einen Ausreisestempel reicher geworden ist, spaziere ich mit zwei Engländern, die ich in der Warteschlange kennen gelernt habe, über die Brücke. Die Einreise nach Kolumbien geht dann innerhalb von wenigen Minuten, wie gewohnt. Danach sammeln wir auch noch den Kolumbier ein mit dem ich zur Grenze bin und eine Deutsche die ebenfalls in der Schlange gestanden hat. Mit fünf Leuten plus Taxifahrer geht es nach Ipiales, dort schnappe ich mir ein Bett in der selben Unterkunft wie die Engländer, während die anderen Beiden direkt weiter mit dem Bus fahren.

Am Morgen geht es dann für uns drei noch kurz zur einer Kirche bevor auch wir uns auch weiter mit dem Bus auf den Weg machen. Nach gut sieben Stunden erreichen wir dann Popayán. Vom Busbahnhof ist es nicht weit zu meiner Unterkunft, ein anders Pärchen aus dem Bus macht sich mit mir auf den Weg. Diesen Abend wollen ein Deutscher und eine Japanerin nutzen um den im Hostel befindlichen Grill zu benutzen, also geht es auf zum Supermarkt – Kohle, Baguette, Salat und Grillgut besorgt. Eine Farzösin gesellt sich mit Ihrem Essen auch noch dazu, ein unterhaltsamer Abend.

Der nächste Tag bricht spät für mich an, immer noch bin ich nicht ganz fit. Nachdem ich es dann endlich aus dem Bett schaffe und gefrühstückt habe, wechselt das Wetter und es beginnt zu regnen. Mit der Engländern geht es dann also in ein Café und nachdem es besser wird zu einer Anhöhe mit Blick über die Stadt.

Für den nächsten Tag steht bei mir dann schon wieder Reisen an der Tagesordnung. Den bekannten Spaziergang geht es zurück zum Terminal und in den Bus nach Cali. Die Fahrt dauert knapp drei Stunden und wenn mir die Französin nicht gesagt hätte das ich wenigstens eine Nacht in Cali verbringen muss, dann währe ich wohl auch noch weiter in den Norden gefahren.
So steige ich also aus und laufe zum Hostel welches ich mir raus gesucht habe. Hier kann ich dann auch direkt sehen wofür Cali bekannt ist: Salsa tanzen. Das Hostel bietet sogar kostenlose Gruppenunterrichte an.

Für mich heißt es aber erst einmal an die Wärme zu gewöhnen, es ist lange her das ich in so einem warmen Klima gewesen bin, aber ich freue mich darüber – auch wenn ich weiß das sich in Europa gerade über kühleres Wetter freuen würden.
Ein kleines Mittagessen und eine Begegnung mit Jemanden aus meiner Spanischschule später sitze ich hier und schreibe über die letzten Tage. Gleich werde ich mich wohl noch fünf Minuten hin legen bevor ich, zumindest ein wenig, das Nachtleben erkunden werde.

Einmal im Kreis und ab nach Quito

Das Abendessen mit den beiden Deutschen hat geklappt. Gemütlich geht es dann am nächsten Tag weiter Richtung Norden. Ein Bus, dann noch ein Bus und eine letzte Verbindung zu meinem Ziel: Quilotoa.
Auf dem Weg nach hier habe ich mir Zeit gelassen, dem entsprechend ist es Dunkel, dennoch bin ich überrascht das es im Hostel noch kälter ist als außerhalb. Also schmeiße ich mich schon bald unter die drei Decken – viel mehr gibt es hier Abends auch nicht zu tun.

Einigermaßen früh geht es aus dem Bett und nach dem Frühstück zu dem größeren Spaziergang: Einmal um den Krater und den sich darin befindlichen See herum. Auf und Ab geht es immer am Rand entlang mit dem Höhepunkt kurz vor Ende auf knapp 4000 Metern. Auch wenn ich mich durch die letzten Wochen sehr gut an die Höhe gewöhnt habe, ist es doch ein wenig anstrengender als auf Meeresspiegel.

Auf dem Weg zur Bushaltestelle bzw. zur Straße an dem der Bus vorbei fährt, greife ich mir meinen Rucksack, den ich in der Unterkunft zurückgelassen habe. Noch bevor ich die Durchfahrtstraße erreiche fährt ein Bus eben Diese hinab, hält dann aber an der Kreuzung um mich mit zu nehmen.
Einen Umstieg und knapp vier Stunden später finde ich mich dann in Quito wieder, die Hauptstadt von Ecuador, durch deren nördlichen Randgebiete auch der Äquator verläuft.
Mein Hostel liegt am Rand der Altstadt für den nächsten Tag steht aber zunächst ein Gebiet weiter im Norden auf meinem Plan. Abends finde ich ein kleines Café in dem es für mich eine leckere Lasagne gibt und dort entdecke ich auch zwei Gesichter wieder – so recht können wir uns aber alle nicht erinnern wo wir uns getroffen haben.
Der nächste Morgen beginnt dann mit einm nicht unüblichen Marktbesuch, in dem es ein ausgiebiges Frühstück gibt. Von hier laufe ich dann durch zwei Parks um dann festzustellen das dies Gegend hauptsächlich aus Bars und Clubs besteht, welches mich zumindest dazu verleitet in einem „Brauhaus“ ein paar Deutsche Biere zu probieren.

Des Abends treffe ich dann eine Engländerin in ihrem Hostel an, Sie hatte ich in Huaraz kennen gelernt. Nach ein paar Bier mache ich mich bald wieder auf den Weg zu meinem Hostel, während es für Sie weiter nach Kolumbien geht.

In den zwei weiteren Tagen erkunde ich dann noch ein wenig Quito. Eine Kirche ist dabei die man erklimmen kann und eine andere in der ohne Ende Blattgold verarbeitet wurde. Ich schaue auch noch in einem Bankmuseum, inklusive alter Währung vorbei.
Quito insgesamt ganz nett, ein wenig verschlafen kommt es mir zumindest in der Altstadt vor, gegen 20 Uhr wird es deutlich ruhiger und fast alle Geschäfte schließen.
Am letzten Abend entdecke ich dann zwar noch eine Party und Kneipen Straße, fühle mich aber nicht besonders gut, was auch die nächsten Tage noch ein wenig anhalten wird – anscheind habe ich den Wind am Abend doch unterschätzt.

Ein wenig grübel ich noch wie genau mein Plan aussieht für die nächsten Tage. Fest steht aber das Otavalo das erste Ziel am nächsten Tag sein wird.

Auf dem Weg zum Meer

Ohne Probleme erreiche ich Guyaqil, was irgendwie der Stopp auf dem Weg nach Puerto Lopez geworden ist. Ein paar Blocks muss ich zu meinem Hostel laufen und kann dabei schon erkennen das es auch wenig gründe gibt hier einen regulären Stopp ein zu legen.
Die kurzen Höhepunkte sind eine Uferpromenade, ein bunter Stadteil mit Leuchturm auf einem Hügel und man kann gut shoppen. Ich brauche zwar neue Schuhe, habe aber auch einfach keine Lust mich zum Einkaufszentrum auf zu machen.
Im Hostel treffe ich noch zwei deutsche Mädchen die ich mit einem Graubrot entdecke – man schmeckt das mal wieder gut.
Ebenfalls gut schmeckt das Abendessen welches ich mit David und Anni genieße, hierbei sprechen wir uns zwar auch für den nächsten Tag ab, sind uns aber nicht ganz sicher über Zeitpläne – im Zweifel werden wir uns in Puerto Lopez wieder sehen.

Am Morgen gehe ich noch kurz bei der Bäckerei vorbei, von der die Mädchen das Brot hatten, Brot gibt es aber erst später – komischer Bäcker. Zumindest schneppe ich mir noch ein leckeres Brötchen für den Weg zum Busbahnhof.
Ein wenig bin ich verwirrt, finde dann aber doch den richtigen Anbieter für meine Route, von hier werde ich auch direkt zum Bus geführt, dieser möchte nämlich bald los fahren. Und im Moment als ich als ich in den Bus steige blicke ich in zwei bekannte Gesicherter – manchmal passt es einfach.
Gemeinsam steigen wir nach knapp anderthalb Stunden, mitten im Nirgendwo, aus den Bus. Auf der anderen Straßenseite geht es dann durch ein Tor und eine lange Einfahrt hinauf. Dort stehen wir dann, in einer Kakaoplantage, relativ verlassen. Nach einer weile teilt uns jemand aus der Küche mit das eine Tour mit Reservierung durchgeführt wird. Aber es gibt natürlich für alles eine Lösung, so findet sich doch jemand der uns ein wenig herum führen kann.

Zunächst gibt es aber noch ein paar Snacks und einen Cacaosaft aus der Frucht nicht den „Bohnen“, dieser ist überraschend erfrischend. Unser Führer danach ist zwar nicht sonderlich motiviert, dennoch ist es ganz interessant ein wenig Einblick in die Prozesse zu bekommen. Nach einer guten Stunde stehen wir dann mit unseren Rucksäcken wieder an der Straße und versuchen einen der vorbeifahrenden Busse an zu halten – ohne Erfolg. Dann nimmt uns aber Fausto aus Cuenca ein Stück mit, ein ganzes Stück. In Santa Elena angekommen suchen wir sogar noch den Busbahnhof mit Ihm – glücklich bedanken wir uns und suchen einen Anbieter für unsere letzte Etappe des Tages.

Zwei Stunden später werden wir dann am Hauptplatz in Puerto Lopez ausgeworfen, von dem sind es nur ein paar Meter zur Villa Columbia, unserer gewählten Unterkunft. Die Dame empfängt uns freundlich, die Zimmer sind nett sauber, somit bleiben wir hier.
Dann müssen wir aber feststellen das unser Plan mit der Isla de Plata etwas schwieriger werden könnte als geplant. Diese Woche scheint ausgebucht zu sein, es gibt einige Studentenausflüge die alle Plätze blockieren – pro Tag werden maximal 160 Personen auf die Insel gelassen.

Schöne Stadt aber was dann?

An diesem Tag soll es nach Cuenca gehen und da der Shuttle Service des Hotels/Hostels nur geringfügig mehr kostet, schneller ist und ich nicht umsteigen muss, entscheide ich mich für diesen. Zwei Mädchen aus meinem Zimmer und drei ältere Damen aus den USA sind ebenfalls in dem 15-Sitzer. Ich unterhalte mich eine Weile mit dem deutschen Mädchen, die zunächst ein Monat auf einer Farm gearbeitet hat und jetzt Ecuador erkundet. Währenddessen genieße ich die Aussicht durchs Fenster. Als wir in den Serpentinen und Kurven hin und her geworfen werden, wird schnell klar warum diese Fahrt deutlich schneller ist.
An einem kuren Stopp decken die Damen sich mit lokalem Tequila ein, dann kann es weiter gehen.

Interessant wird es dann die letzten Kilometer vor der Stadt. Wenn man nicht genau hinschaut oder ein paar kleine Änderungen vornehmen würde, könnte man glauben man fährt gerade durchs Allgäu oder Ähnliches. Grüne Wiesen, Kühe, Schafe, Wälder und kleine Flüße machen die Illusion fast komplet – selbst ein paar der Häuser sehen nicht komplett anders aus. Generell stellt sich jetzt schon raus das in Ecuador deutlich ordentlicher gebaut wird als in Peru, es liegt auch weit weniger Müll in der Gegend herum, das gefällt mir so weit schon einmal sehr gut.
Dann erreichen wir Cuenca, eine Stadt etwa in der größe von Münster und es ist auch ähnlich gemütlich. Mein Hostel ist nur ein paar Blocks entfernt. Angekommen suche mir eines der drei Betten in meinem Zimmer aus.
Kurz organisiert und geschaut was man in dieser Stadt so machen kann… nicht viel. Also gehe ich einfach raus auf die Straße und schaue mich um. Es ist eine schöne Stadt, doch ich weiß nicht so recht etwas mit mir an zu fangen.

Nach einer Weile laufe ich dem deutschen Mädchen wieder über den Weg, Sie hat eine nette Bäckerrei gefunden die gerade dabei war frische Waren zu backen. Gemeisam kehren wir dahin zurück. Alles was ich dort probiert habe ist wirklich gut, doch alles süße Backwaren. Der Tag vergeht und am nächsten Morgen treffe ich das Motorradpaar aus Australien wieder – gemeinsam schauen wir das Finale und machen uns danach auf einen der Märkte zu erkunden. Hier gibt es dann ein zweites Frühstück – gegrilltes Schwein, also das ganze, mit ein par Beilagen – schon am Vortag habe ich manchmal ganze Schweine auf dem Grill, am Straßenrand gesehen – angeblich gibt es dies überall in Ecador, ich sollte die Augen offen halten.

Am Nachmittag schlendern wir gemeinsam durch die Straßen, genießen ein Bier am Fluss und treffen dann auf die älteren Damen aus meinem Transport am Vortag. Sie erzählen mir davon wie betrunken Sie von dem Tequila waren. Der Tag vergeht weiter, weiteres Bier im Hostel und Abendessen, zwischendurch laufen uns auch noch Anni und David(das deutsche Paar welches ich in Trujillo und Chachapoyas getroffen habe) über den Weg. Den beiden fahre ich dann am nächsten Tag, mehr oder weniger, hinterher nach Guyaquil.

Cusco

Am letzten Tag in Arequipa bearbeite ich zunächst ein paar Bilder bevor es mich am Nachmittag noch einmal in die Stadt zieht. Eine Sache die ich die letzten Tage nicht geschafft habe zu besuchen, ist das Nonnenkloster welches bis vor ca. 40 Jahren noch vor der Öffentlichkeit verschlossen war. Gut anderthalb Stunden wandere ich durch die Gänge, sehe „Zellen“(Schalzimmer), Kochstellen und Fenster an denen die Nonnen mit der Außenwelt kommunizieren konnten.
Von hier geht es dann an der Unterkunft vorbei zum Busbahnhof, dieses Mal probiere ich eine andere Busgesellschaft aus – hauptsächlich da Cruz del Sur auf dieser Strecke einfach „zu teuer“ ist. Nur ein wenig unbequemer aber mit einer besseren Mahlzeit und ein wenig Schlaf komme ich dann früh am Morgen in Cusco an.

Bei den circa 3400 Metern Höhe, auf der Cusco liegt, merkt man doch das eine oder andere Mal das man sich schneller Anstrengen muss. Weniger aus diesem Grund als der kurzen Nacht und den gut vier Kilometern zum Hostel, schnappe ich mir ein Taxi welches mich ins Zentrum bringt. Das Hostel ist um die Ecke und ich kann hier zumindest bis zu einchecken meinen Rucksack abstellen. Bald darauf trifft auch Amy ein, diese ist schon am Vorabend angekommen und hat eine Nacht in einem anderen Hostel verbracht. Zusammen erkunden wir dann die Straßen von Cusco.

Für mich muss aber erst mal ein Frühstück geben, dafür scheint sich der San Bas Markt anzubieten, den wir dann auch so gleich ansteuern. Schon auf dem Weg schafft es Cusco einen zu überzeugen. Gemütlich legt sich diese alte Stadt zwischen die Hügel und hinter jeden Ecke liegt eine weitere Straße die erkundet werden möchte.
Im Markt angekommen finde ich schnell die Stände für Sandwiches und Säfte. Genau zwischen jeweils einem von jedem platziert bestelle ich zu meiner Rechten ein Sandwich/Belegtes Brötchen und zur linken einen Avocado Smoothie. Beides überzeugt mit Geschmack, aber auch besonders mit der Größe. Während mir es bei dem Brötchen fast schwer fällt meinen Mund weit genug auf zu machen, wurde der Smoothie gleich in einem Messbecher serviert – es gibt wohl kein Glas das groß genug wäre.

Frisch gestärkt geht es weiter durch die Gassen der Stadt. Die ein oder andere Erledigung abgehakt und dann steht da noch ein bzw. das Inka Festival des Jahres an(Inti Raymi). Am 24. Juni werden alte Inka Ritualien nachgespielt. Dies geschieht seit 1944 wieder, nachdem es im 16. Jahrhundert von den Spaniern verboten wurde. Wirklich viel wissen wir dazu aber noch nicht, also versuchen wir ein paar Infos zu erhalten. Das Hostel verwieß mich dabei an ein Büro, welches wir zuerst angehen – dort wird aber nur ein anderes Ticket verkauft, es gibt auch keine Infos. Von dort schickt man uns aber zu einer Stelle die zumindest Infos haben soll. Ein paar wenige Infos erhalten wir dann auch, zum Beispiel das ein Teil in der Stadt abegahlten wird, bevor es hoch zu einer Ruine geht – wofür man erst ein Ticket benötigt. Dieses kann man hier aber auch nicht kaufen und wieviel dies Kostet weiß man auch nicht genau. Mit dem nächsten Hinweis geht es weiter in ein anderes Büro, zwei Straßen entfernt. Hier will man uns aber auch kein Ticket verkaufen und verweißt uns auf die Internetseite(die bei Demonstration gerade nicht funktioniert) oder in eine Bibliothek etwa 10 Minuten entfernt.
Spätenstens an dieser Stelle fühle ich mich ein wenig wie Asterix und Obelix die den Passierschein A38 benötigen – hier geben wir zunächst auf und machen uns auf im Hostel einzuchecken.
Mittlerweile sind wir uns auch sicher das es uns reichen wird den öffentlichen Teil zu sehen.

Abgesehen vom eigentlichen Festtag, gibt es auch den Monat davor und danach immer wieder Aktivitäten in der Stadt. An diesem Abend dann zum Beispiel ein Konzert einer Quechua Rockband. Am folgenden Tag tauchen dann einige Pappmachefiguren auf, die ein wenig an Karneval erinnern. Nebenbei erblickt an einigen Orten und über den Tag verteilt junge Tanzgruppen die scheinbar altertühmliche Tänze aufführen. Es scheint also genau die richtige Zeit zu sein, sich in Cusco auf zu halten.

Die weiße Stadt

Einigermaßen erholt steige ich aus dem Nachtbus, von hier geht es dann aber nochmal mit dem Taxi in das Stadtzentrum – es ist doch ein wenig zu weit und Amy und ich schmeißen die 8 Soles(~2 Euro) eben zusammen.
Nach dem üblichen einrichten und etwas mehr entspannen im Hostel geht es auf sich ein wenig um zu sehen. Der gesamte Kern der Stadt besteht fast ausnahmslos aus alten, weißen Gebäuden. Daher auch der Name: die weiße Stadt. Der Stein ist von den umliegenden Vulkanen, warum diese weiße Stein „zur Verfügung“ stellen, habe ich noch nicht heraus gefunden. Neben den weißen Gebäuden gibt es aber auch noch eine andere Vermutung woher der Name stammt und zwar waren in Arequipa außergewöhnlich viele Europäer, die wiederum weiß sind.

Ein außergeöhnlich schöner zentraler Platz läd ein die Straßen, die von diesem aus gehen, zu erkunden. Dies tuen wir auch unterbrechen es kurz für ein Mittagessen und darauf folgt ein Besuch bei ein paar Lamas und Alpacas die sich in einem Museum/Shop befinden.
Am Nachmittag nehmen wir dann an einer Free Walking Tour teil. Der Guide führt uns durch die Straßen und hat interessante Fakten und Gechichten zu erzählen. Gute drei Stunden lauschen knapp 30 Leute seinen Worten.

Für den Abend haben Amy und ich uns einen Tisch in einem Restaurant reserviert um das angeblich beste Alpaca Steack der Stadt zu probieren – klingt jetzt romantischer als es ist. Gemeinsam mit einer weiteren Engländerin die auch an der Walking Tour teilgenommen hat, machen wir uns ein wenig früher auf und schaffen es auch so einen Tisch zu erhalten.
Zusammen teilen wir uns ein großes Filet, Salat und ein paar Beilagen – dazu gibt es für mich einen argentinischen Rotwein, der beste den ich seit Monaten getrunken habe, auch fast der einzige(Wein). Am Ende zahlt jeder ca. 13€ – ein sehr gutes und zumindest zu Europa verglichen günstiges Erlebnis.

Während ich mich am nächsten Morgen erst einmal auf dem Weg zum Markt mache, schreibe ich meinem Schulpartner, der sich ebenfalls in der Stadt befindet. Nach einer kurzen Antwort schnappe ich mir noch schnell ein Sandwich bevor wir uns gemeinsam ein Museum anschauen in dem es um Menschliche Opfer geht die den Vulkanen, welche die Stadt umkreisen, gebracht worden sind. Am Ende erwartet einen dann ein tiefgefrorenes Mädchen. Tiefgefroren, da dies dem Wetter entspricht in dem es die letzten hunderte Jahre verbracht hat.

Darauf folgt ein gemeinsames Mittagessen bei dem auch Amy und die andere Engländerin dazu stoßen. Wir sitzen in einer Pikanteria, was relativ typisch für den Stadteil ist, in dem wir uns befinden. Eigentlich aber auch nur eine etwas andere Art eines Restaurant.
Unweit von hier lockt uns danach ein Aussichtspunkt der nur ein paar Straßen weiter ist.
Von hier lößt sich die kleine Gruppe etwas auf und den Rest des tages verbringe ich dann auch nicht mehr mit besonders viel.

Für den nächsten Tag steht dann der Colca Canyon an, einer der tiefsten Canyons der Welt. Eine Bus wird mich hierfür gegen 8 Uhr vom Hostel abholen.

Liebliche Gewohnheit

Der Sonntag steht an und ich schaffe es wirklich ein wenig Lima zu erkunden. Erster Wegpunkt für den Tag ist Callao, welches an sich gar nicht mehr zu Lima gehört, aber Beide grenzen direkt an einander. Beim Aussteigen im Gebiet um das Monumental Callao(Kunstmuseum) rät der Taxi/Uberfahrer mir, nicht aus diesem Gebiet heraus zu laufen, es ist zu gefährlich – ok, alles klar. Da fährt er dann auch schon davon.
Ein paar Minuten erkunde ich die Strassen, eine kleine Kirche und genieße eine Art Nachspeise, glaub ich. Viele alte und sehr alte Gebäude reihen sich hier aneinander, welches aber wohl für viele Orte in Lima stimmt. Im Kunstmuseum, welches mehr einige Ateliers in einem großen Gebäude ist, schlendere ich noch ein wenig herum bevor es dann bald weiter ins Zentrum von Lima geht.

Im Zentrum angekommen gibt es neben einem typisch gebratenen Hühnchen mit Pommes weitere alte Häuser und Kirchen. Ein kurzer Besuch in einem Schokoladenmuseum – welches wiederrum mehr ein Shop ist, genau so wie das Pisco Museum nebenan – und einige Meter durch die Strassen später mache ich mich wieder auf zu meiner Unterkunft, am nächsten Tag ruft mein Spanisch Unterricht wieder.

An den Nachmittagen geht es ab und zu mit anderen Schülern in ein Museum, Café oder Abends auf ein Bier raus. Auch die Schule selbst bietet jede Woche neue Aktivitäten an denen man teilnehmen kann. Eine davon ist ein Ausflug an den Samstagen – für den Nächsten ist eine Reise nach Cerro Azul und Lunahuaná geplant, hier schreibe ich mich „auf drängen“ meiner Lehrerin ein.
Wärend Cerro Azul, vor allem aufgrund des Wetters nicht besonders viel zu bieten hat, ist Lunahuaná aber ganz niedlich. Zunächst werden ein paar Aktivitäten abgeklappert: Quad, Zipline, Wildwasserrafting  – beim letzten bin ich für die 7,50€ auch dabei, wenngleich etwas unvorbereitet und nass ohne Klamotten zum Wechseln hinterher. Nicht ganz durchdacht, aber zum glück trocknen die meisten Sachen die ich habe relativ flott.
Eine Mittagessen und Piscotasting später geht es dann wieder zurück nach Lima.

Dann ist es auch schon die letzte Woche Spanisch. Es ist generell viel Grammatik, genau das was man sich halt schlechter selber beibringen kann – mehr Vokabeln zu lernen ist dann wohl meine eigene Aufgabe. In der zweiten als auch der dritten Woche sind wir lediglich zu Zweit und alle drei Wochen begleitet mich die gleiche Lehrerin. Am Ende komme ich etwa da an wo ich sein wollte, ich komme von A nach B, kann ein wenig über mich reden, Fragen stellen und kenne auch die Grundlagen der einfachen Vergangenheit. Also wer in Lima Spanisch lernen, auffrischen oder verbessern möchte kann sich gern die Peruwayna Schule anschauen.

Am Freitag der letzten Woche steht ein kleiner Cocktail Kurs für die Schüler an, der natürlich in der ein oder anderen Bar fortgesetzt wird.
Für das Wochenende steht dann noch einmal etwas von Lima an, Baranco, ein Stadteil südlich von Miraflores(wo ich untergekommen bin), wird erkundet und endlich kann ich eine Restaurant Empfehlung aus der ersten Woche überprüfen – zum Glück mit positivem Ergebnis(Isolina Taberna Peruana).

Nun ist es Montag, auch die letzten drei Wochen sind wieder einmal nur so dahin geflogen und nun geht es wieder los. Der Bus für den Tag bringt mich nach Paracas.