Einen Gang runter schalten

Da das Museum für heute geschlossen hat, hatte das Pärchen vor sich mit einer Nachbarin von Ihr zu treffen in die Beide einen Tag zuvor gelaufen sind – Zufälle gibt es überall. Die Nachbarin widerum ist im Land um einen anderen Nachbarn zu treffen, der mitlerweile wieder in Kambodscha lebt und ein paar Burger Läden besitzt. Eigentlich waren die Verbindungen noch komplizierter, aber entsprechend schwieriger zu erklären.

Zunächst sind wir zu einem Italienischen Restaurant, erste Mal europäische Nudeln seit langem, danach mussten wir noch den Fish-Burger in seinem Laden testen. Neben dem Nurger gab es noch eine Tamarinden Suppe(deutlich besser als die in Banaue) und einiges an Gesprächsthemen. Ein langer Abend, an dem ich und auch das Pärchen aus Seattle nichts zahlen durften, egal wie sehr wir es versucht haben. Ich habe mich als Unbekannter zwar etwas schlecht gefühlt, aber auf der anderen Seite war es auch sehr herzlich wie ich in der Runde aufgenommen wurde.

Es ist der Vormittag des nächsten Tages und ich machen mich auf um mich mit dem Pärchen zu trefffen. Nach einem Kaffee, der hier fast so gut ist wie in Vietnam, schnappen wir uns ein Tuk Tuk und sind nach kurzer Zeit am Genozit Museum. Wie gesagt ist es der Ort an dem es wirklich passiert ist, hier wurden viele Menschen zunächst untergebracht, gefoltert und später dann in die Killing Fields gebracht. Wieder ist der Audio-Guide sehr gut und zieht einen ins geschehen.
Es dauert eine ganze Zeit bis wir wieder hinaus sind, erneut herscht eine gewisse Stille.

Zurück an Ihrem Hostel verabschieden wir uns, Sie machen sich nun auf in den Süden nach Kampot, ich erkunde ein wenig die Stadt. Was ich auch die nächsten Tage tue, mehrmals meinen Aufenthalt im Hostel verlängere und einfach ein wenig runter schalte. Die letzten Wochen in Vietnam waren doch anstrengender als gedacht. An einem Tag gehe ich noch spontan mit Jemanden aus dem Hostel in das National Museum – hier habe ich das Gefühl das Informationen von den Schildern Weg gelassen wurden, um den Audio-Guide besser zu verkaufen. Ganz im Sinne eines Rucksackreisenden teilen wir uns einen.

Noch am selben Tag treffe ich dann Kirsten, der ich in Chengdu mit der Kreditkarte geholfen hatte. Sie war gerade in Laos und Kambodscha unterwegs und will nach Vietnam – somit konnten wir erst einmal eine menge Reisetipps austauschen. Danach sprahen wir über China und stellten jetzt erst fest das wir mit dem selben Flieger von Warschau nach Peking geflogen sind. Nach ein paar Stunden verabschieden wir uns wieder – am nächsten Tag schnappe ich mir dann meinen Bus nach Siem Rieap.

Etwa eine Stunde nach eigentlichem Start erreicht uns der Bus und wir fahren los. So weit eine normale Busfahrt die mit ein paar Pausen nach gut 6 Sunden sind wir angekommen. Noch ein kleines Stück und ich bin im Hostel angekommen. Heute ist Pub Crawl, warum auch immer ich mich dafür direkt angemeldet habe. Nach ein paar Bier merke ich aber das etwas mit meinem Magen nicht stimmt, in der vierten Bar verabschiede ich mich und begebe mich auf mein Zimmer. Die Nacht verbringe ich dann abwechselnd im Bett und über der Toilette. Lebensmittelvergiftung musste ja irgendwann auch mal kommen, wo auch immer ich mir die eingefangen habe. Der nächste Tag ist dementprechend ruhig und der folgende auch. Ich schaue viel Netflix – The Punisher und Dark habe ich nach ein paar Tage durch.

Heute kommt Jenna in Siem Reap an, mit Ihr hatte ich Peking teilweise und Xi an zusammen erkundet. Wir werden hier zumindest Angkor Wat zusammen besuchen und dann weiter schauen. Morgen wechsel ich aber zunächst in das von Ihr gewählte Hostel…

Die ersten 24 Stunden Kambodscha

Zunächst heißt es Vietnam verlassen, bevor es zur kambodschanischen Grenze geht. Praktischer Weise hat einer der Busmitarbeiter die meiste Arbeit an beiden Grenzen übernommen. Als der Bus anhält begeben sich alle in das Gebäude, nach ein paar Minuten warten nehmen wir unsere Pässe vom Busmitarbeiter entgegen und holen uns nur noch den Ausreisestempel ab. Danach geht es wieder in den Bus und nach circa 300 Metern geht das Spiel von vorne los. Aussteigen, nach ein paar Minuten mit dem Pass zur Kontrolle, Visa abholen und Fingerabrücke da lassen – schon bin ich in Kambodscha. Nun hat nach den USA auch Kambodscha meine Fingerabrücke.

Die weitere Busfahrt verläuft erwartungsgemäß ruhig, ab und zu machen wir eine Pause und eine gute Stunde nachdem es dunkel geworden ist erreichen wir Phonm Penh, die Hauptstadt von Kambodscha. Am Busstop warten einige Tuk Tuk Fahrer die einen gerne zum finalen Ziel bringen möchten – meine Ziel liegt knapp 4 km entfernt, ich entscheide mich einfach zu laufen. Wieder einmal freue ich mich über mein Handgepäck. Nach knapp 40 Minuten bin ich in meiner Unterkunft angekommen, das übliche Prozedere beginnt – auspacken was ausgepackt werden muss, frisch machen, auf die Suche nach etwas zu Essen machen. Es führt mich auf einen kleinen Nachtmarkt in dessen Mitte Tepiche ausgelegt sind auf denen man sich zum essen nieder lassen kann. Für 1,5 US-Dollar bekomme ich einen Teller mit Nudeln, Gemüse und Rind, dazu ein paar fritierte Teigtaschen. Warum US-Dollar? Das ist hier die vorherschende Währung, der lokale Riel kommt eigentlich nur bei Beträgen unter 1 Dollar zum Einsatz – 4000 Riel = 1 $ = 0,84 €

Es ist mittlerweile Sonntag? Ja es müsste Sonntag sein, es ist schwer übersicht über das Datum zu bahalten und noch schwerer über Wochentage. Ob Sonntag oder Donnerstag wirkt sich nicht auf irgendwelche Öffnungszeiten aus.
Also müsste es Sonntag sein während ich mich gerade auf den Weg zum Genozid Museum aufmache. Als ich gerade an einem Pärchen vorbei laufe, welches mit einem Tuk-Tuk Fahrer einen Preis verhandelt, höre ich das Wort „Fields“. Dies läßt mich aufhorchen, denn zu den Killing Fields ausserhalb von Phnom Penh wollte ich nach dem Museum. Ich drehe um und frage nach ob die Fields Ihr Ziel währen, Sie bestätigen dies und freuen sich darüber das ich mich gern anschließen würde, so läßt sich der Preis durch drei teilen. Wobei der Fahrer zunächst versucht 15$ Extra für mich zu berrechnen. Nach einem Versuch einfach zu gehen einigen wir uns auf einen Preis, der eigentlich immer noch ein wenig zu hoch ist.

Es dauert ein paar Minuten bis wir die Killing Fields erreichen, währenddessen erfahre ich das meine Begleitung in Seattle wohnt und selbst für längere Zeit reist. Die üblichen Gespräche folgen – wo war man schon – wo geht es noch hin …
Dann erreichen wir unsere Destination  – gehen hinein und erhalten einen Audio Führer. Kurzfassung der Killing Fields – vor wenigen Jahrzehnten versuchte eine komunistische Rebellen Gruppe Ihr Utopia in Kambodscha aufzubauen – jeder der Ihnen nicht in Ihr Konzept gepasst hat wurde im Endeffekt umgebracht, dies ist so wohl auf den Killing Fields an dieser Stelle als auch an vielen weiteren Stellen im Land geschehen. Unweigerlich bilden sich parallelen zum dritten Reich auf. Ein ähnliches Gefühl wie ich es im letzten Konzentrationslager in Deutschland hatte baut sich auch hier auf – nur muss ich sagen das die über den Kopfhörer geführte Tour einen noch mehr in das Geschehen hinein zieht. Während in Deutschland sich Tourführerer gegenseitig in Lautstärke übertönen, ist hier in den Pausen zwischen den Passagen Still, gerade zu friedlich mit dem Vogelgezwitscher, fast niemand sagt ein Wort.
Eine gute Stunde verbringt man hier schnell wenn man sich Alles anhört.

Draußen treffen wir wieder auf unseren Tuk-Tuk Fahrer der uns nun zum Genozid Museum bringen wird. Auf dem Weg dorthin spricht man ein wenig über was man gerade gesehen und gehört hat.
Am Museum angekommen, welches zunächst eine Schule war, dann zu einem Gefängnis umgewandelt wurde bevor es das heutige Museum geworden ist, stellen wir fest dass es für den Rest des Tages geschlossen ist. Der Plan dies dann gemeinsam am nächsten Tag zu besuchen steht. Doch zunächst stehen noch ein paar Stunden an diesem Tag an…

Ho-Chi-Minh erreicht

Noch in Da Lat habe ich mein Motorrad in zwei Facebook Gruppen gestellt, mit dem Hinweis das Es ab dem 28. in HCM verfügbar sein wird. Am nächsten Morgen mache ich mich dann mit den beiden Australiern auf dem Weg, die vorletzte Etappe. Jeweils nach ca. 30 Minuten halten wir an einem und dann an einem weiteren Wasserfall. All zu lange wollen wir uns hier aber gar nicht aufhalten, wir wollen noch im hellen ankommen. Die Beiden haben sich ein Ziel weiter entfernt ausgesucht als ich zunächst geplant hatte, aber um so mehr ich an diesem Tag fahre um so weniger bleibt für den letzten.

Die weitere Fahrt verläuft wie gewohnt und kurz vor unseren Unterkünften verabschieden wir uns. Ich habe mir ein kleines Einzelzimmer in der Nähe des Cát Tiên Nationalparks – sicherlich auch interessant, aber auch hierfür bleibt mir nicht wirklich Zeit.
Zeitig mache ich mich am nächsten Tag wieder auf den Weg und erreiche nach wenigen Stunden Ho-Chi-Minh Stadt und kurz darauf auch mein Hostel.

Direkt mache ich mich auf und erkunde ein wenig die Stadt, eine Markthalle, den Palast der Wiedervereinigung und das Postamt, welches sich als das Interessanteste heraus stellt. Am nächsten Tag geht es zu den Cu Chi Tunneln, die ein wesentlichen Bestandteil im Krieg gegen die U.S.A. beigetragen haben. Auf drei Ebenen und in insgesammt 200 KM langen Tunneln bekämpfte der Vietgong die Amerikaner.
Man kann durch ein paar Tunnel auch durch krabbeln, was bei meiner Körpergröße schon sehr schwierig ist bei ca. 60×80 cm(bxh).
Auf dem Weg zu den Tunneln traf ich auch zufällig einen 19jährigen Deutschen wieder mit dem ich ein wenig in Hanoi unterwegs gewesen bin – wie das halt immer wieder passiert.

Es ist mitlerweile der 30. November und mein Visum läuft am 3. Dezember aus. Ein klein wenig sorge ich mich mein Motorrad nicht verkaufen zu können. Also aktualisiere ich die Facebook Einträge, mache einen Aushang im Hostel und stelle auch einen Beitrag bei Craigslist ein – dieser scheint dann auch am nächsten Tag meine „Rettung“ zu sein. Kurz nach dem ich Aufwache bekomme ich ein Anruf von einem Californier der Interessiert ist. Gegen 14:00 Uhr treffen wir uns, während ich dann zurück zum Hostel laufe, kann er auf seinem neuen Motorrad fahren – eine Erleichterung. Direkt darauf buche ich mir mein Busticket nach Phnom Penh, Kambodscha für den nächsten Tag.

Am Abend feiern wir mit John Geburtstag, mit dem und Anderen ich auch schon an den Abenden zuvor unterwegs gewesen bin. Mein letzter Abend in Vietnam. Der nächste Tag besteht dann nur noch aus packen und auf den Bus warten – mit dem ich dann nach ca. 2 Stunden fahrt an der Grenze von Kambodscha ankommen…

 

Eine Finanzielle Aufstellung kann ich an dieser Stelle nicht wirklich machen, die Daten der ersten Tage sind mit meinem Handy gestorben und danach hatte ich keine Lust wieder an zu fangen(habe es nun aber mit eintreffen in Kambodscha wieder begonnen). Insgesammt bin ich mir aber sicher in meinem Rahmen geblieben zu sein.

Vietnam war wieder einmal ein sehr interessantes Land und jedes Land zeigt mir doch wie unterschiedlich auch die asiatischen Länder sind. Nach China und den Philippinen habe ich mich besonders über guten Kaffee(CH = teuer, PH = Löslicher) und vernünftigem Brot, zumindest Baguette gefreut(CH&PH = Süßes Weißbrot). Das Essen war insgesammt sehr lecker und gut gewürzt, mir ist nichts über den Weg gelaufen was ich nicht mochte.

Die Leute waren wieder sehr freundlich, auch wenn man merkte das man in die touristischen Länder kommt – mehr Verkäufer und Dienstleister die einem etwas verkaufen wollen. Menschlich wird mir vor allem der Abend in Tiên Yên in Erinnerung bleiben.

Landschaftlich als auch kulturell war es dieses mal eine gute Mischung und ganz besonders hat mir alles nördlich von Hanoi gefallen, was zunächst gar nicht so auf meiner Liste stand. Diese Aussage ist aber natürlich auch etwas unfair, da ich dort auch viel mehr Zeit verbracht habe und gerade die Mitte des Landes sich nicht gerade ins beste Licht(Sonne) gestellt hat. Gerne würde ich nochmal das kostenlose 14 Tage Visum nutzen um ab Ninh Binh südwärts mehr zu entdecken.

Der Süden rückt näher

Erfolgreich erreiche ich Quy Nhon, ich habe die 280 Kilometer geschafft. Kurz halte ich bei einem Mechaniker – es ist mal wieder Zeit für einen Ölwechsel und die Kette muss nachgespannt werden. Währenddessen schaue ich mich nach einer Unterkunft um – ich habe es nicht wirklich gewagt etwas zu reservieren bevor ich nicht angekommen bin. Das „John & Paul Inn“(Hostel) wird schnell zum Favorit, deutlich auf Rock ausgerichtet scheint mir dies ein guter Ort für die Nacht zu sein.

In meinem Zimmer angekommen und erneut ausgebreitet mache ich die Bekanntschaft mit Andreas aus Bochum. Andreas ist paar Jahre älter und nutzt die Zeit zwischen zwei Jobs um Vietnam ebenfalls mit einem Motorrad zu berreisen. Frau und Kinder verweilen derweil zu Hause. Er hat die 280 Kilomter in zwei Tagen gemacht, wenn ich mehr Zeit haben würde, hätte ich dies wohl auch anders geplant.
Doch viel wichtiger ist das unser nächstes Ziel identisch ist, beide wollen wir nach Nha Trang und beide weiter in den Süden um endlich wieder Sonnenschein zu erblicken.

Der Abend verläuft mit Essen, trinken und guter Musik – die Speise und das Getränk ändert sich, die Musik am Morgen bleibt gut. Wir nehmen uns Zeit und warten darauf das der stärkste Regen sich verabschiedet, danach soll es besser werden. Das wird es und dann auch mal wieder weniger, aber auch auch endlich ein wenig Sonnenschein erhalten wir unterwegs. Die Aussichten an der Küste entlang sind erneut beeindruckend. An zwei Stellen sieht man große Schiffe die gestrandet sind, angeblich beim letzten Sturm.
Die 220 Kilometer von heute lassen mich schon wieder fragen wie ich weitere 60 machen konnte.

Gemeinsam machen wir uns zu unserem Homestay/Hostel auf und erkunden danach die Stadt. Essen gehen wir in einem Restaurant namens Rainforest, über einen Wasserlauf und ein paar „Steinen“ kann man dieses betreten und hat zumindest Ansatzweise das Gefühl sich in einem Baumhaus im Regenwald zu befinden. Der Verdauungsspaziergang führt uns dann zum Strand an dem sich große Wellen brechen und sich weit hoch den Sand hinauf schieben.

Der nächste Tag bricht an – Andreas macht sich auf direktem Weg weiter Richtung Süden, mein nächstes Ziel ist Da Lat im Südwesten. Eigentlich sollten diese 130 Kilometer relativ einfach machbar sein, führen Sie aber erneut über einen Pass. Dieser wurde durch Erdrutsche aber zum einen schon stark beschädigt und zum anderen beginnt kurz nachdem ich die 1000 Meter Marke überstiegen habe der Regen. Bald finde ich mich schon in den Wolken wieder, es scheint kein Ende des Baraufs zu geben. Langsam arbeite ich mich hinauf als endlich die Bergabpassagen häufiger werden.

Eigentlich habe ich nur ein paar Stunen benötigt, komme aber relativ erschöpft und mit lila farbenden Fingeknöcheln am Pretty Backpacker House in Da Lat an. Mit einem „Willkommen Zuhause“ und heisen Tee werde ich begrüßt, dies und die letzten Kilometer im Sonnenschein helfen dabei mich wieder auf zu wärmen – wirklich gut geht es mir dann nach einer heißen Dusche.

Um unter anderem meine Rückspiegel zu tauschen bringe ich mein Motorrad in eine nahgelegne Garage und erkunde danach Da Lat. Schon ausserhalb der Stadt sind mir hunderte von Gewächshäusern aufgefallen, in diesen scheinen diverse Gemüse angebaut zu werden, aber auch viele Blumen kann ich auf einem großen Markt mitten in der Stadt entdecken.
Einige Zeit laufe ich umher, gönne mir eine Massage und kehre zurück zum Hostel um mir Gedanken um mein Abendessen zu machen.

Die ersten anderen Gäste reden über Pizze, schnell steigen einige mit ein, mich eingeschlossen. Die Inhaberin macht für uns den Anruf und übernimmt auch zunächst die Rechnung. Jeder zahlt einfach an seinem letzten Tag, genau so funktiert dies hier auch mit Wäsche und Getränken – diese nimmt man sich einfach aus dem Kühlschrank und trägt Sie in ein Buch ein – insgesammt eine sehr empfohlene Unterkunft, ich habe mich sehr wohlgefühlt in der kurzen Zeit die ich dort hatte.
Die Pizze kommt an, ein paar Tische werden zusammen geschoben um alle zusammen zu bringen. Ein gemütlicher Abend an dem ich erneut mich Personen in kontakt komme die für den nächsten Tag das gleiche Ziel haben. Somit wird es am nächsten Tag mit einem australischen Pärchen Richtung Westen gehen.

Eine Busfahrt die ist … naja

Gegen 19:00 Uhr sollte ich am Busbahnhof sein – um ca. 18:30 Uhr erreiche ich die Einfahrt. Nach dem ich die Stelle gefunden habe an der ich warten soll und mir eine Dame, die für den Parkplatz zuständig zu sein scheint, bestätigt hat dass ich hier richtig bin, mache ich mich noch schnell auf um mir ein Wasser und ein paar Snacks zu besorgen.
Es ist kurz nach sieben – kein Nachtbus in Sicht. Jedoch ein Mann der aus seinem Geländewagen steigt, fragt mich ob ich nach Hue fahre und will mein Ticket sehen. „Ok, folge mir – ich fahre langsam – der Bus hält in der Nähe meines Büros“
Irritiert aber mit dem Gedanken: „Wird wohl richtig sein“ folge ich Ihm – er fährt wirklich langsam… Nach wenigen Minuten erreichen wir die „Haltestelle“. Motorrad abgestellt und mit ein paar Anderen auf die Ankunft warten.

Der Bus erreicht uns, es ist 19:45 Uhr – die Motorräder werden teils zerlegt, dies beginnt mit den Spiegeln *Ups* schon ist der rechte Rücksiegel auf den Boden gefallen und „überraschenderweise“ zersprungen. Der Busmitarbeiter überreicht mir beide Spiegel mit einem Lächeln, als wäre nichts gewesen – Beide zu ersetzten kostet mich nacher 100.000 – Auch das Vorderrad wird abegenommen, in diesem Moment nehme ich aber schon in meiner Koje Platz.
Das zerlegen der restlichen Motorräder benötigt seine Zeit, somit starten wir endlich gegen 20:30 Uhr. Die Fahrt an sich verläuft ohne besonderheiten.

Nach ein paar Stunden Schlaf erreichen wir Hue. Es regnet, viel mehr schüttet es – das zusammenbauen geht deutlich schneller – aber dann beginnt der Spaß erst. Das Schutzblech vorn ist verbogen, der Hinterreifen platt(kaputt), ein Blinkergehäuse gebrochen und als ich los fahre stoppt der Motor nach ein paar Metern. Einige Personen scheinen schon darauf zu warten um einen zu einer „guten“ Garage zu bringen. Ich muss zugeben das ich nicht darauf vorbereitet war und auch deutlich zu müde gewesen bin – somit folge ich Jemandem. Dies führt schlussendlich dazu das ich zwar weiter Fahren kann, aber der Preis für die Reperatur eigentlich viel zu hoch war. Es regnet weiterhin und ich will nur noch ins Trockene – also entschließe ich mich dafür Hue zu überspringen und direkt nach Hoi An zu fahren.

Es regnet fast den gesamten Weg. Die ein oder andere Stelle, vor allem ein Pass ca.  40 Kilometer vor Hoi An, würde eigentlich zum verweilen einladen, ich fahre weiter. Endlich komme ich in Hoi An an und mache mich nach dem einchecken direkt auf dem Weg in mein Zimmer, dusche und verteile meine feuchten Klamotten im Raum.
Mit Flip-Flops, Badehose und Regenjacke geht es danach raus um etwas zu essen zu finden – perfekt gekleidet würde ich sagen.
Während des Essens erblicke ich zwei Deutsche von der Ha Long Bootstour – einer von Ihnen hat zwei Anzüge, einen Gürtel, Schuhe und sieben Hemden in Hoi An bestellt. Die Stadt ist bekannt für Ihre Schneider – innerhalb von zwei Tagen ist alles fertig. Er besorgt sich zusätzlich eine neue Tasche – zum Glück sind die Beiden nur noch zwei Wochen am Reisen.

Eigentlich besteht die ganze Stadt nur aus Schneidern, Klamottenläden, Souvenirshops, Restaurants, Bars und Cafés. Wenn man dies ignoriert sind die Gebäude und die Stimmung die Sie verbreiten wirklich schön und so bald es Dunkel wird erleuchten hunderte Laternen die Strassen.
Am Abend entdecke ich noch zwei weitere Personen aus der Ha Long Bay bevor ich ins Bett falle.
Insgesammt verbringe ich zwei Nächte in Hoi An, das Wetter wird aber nicht wirklich besser, zumindest aber das Essen stimmt einen milde.

Als ich vor ein paar Wochen in Hanoi angekommen bin, war in Hoi An, aufgrund eines Tropensturms Land unter, wortwörlich. Auf eine Nachfrage bei einer Barbesitzering wie hoch das Wasser stand, hält Sie ihr Hand über Ihren Kopf – Unvorstellbar das davon kaum etwas zu erkennen ist. In der Zeit zwischen diesem Ereignis und nun hat auch die Sonne geschiehen, doch nach einem Tag Regen beginnt der Fluss schon wieder leicht über die Ufer zu treten.

Am Tag meiner Abreise versuche ich möglichst früh auf zu brechen – nun dies gelingt mir auch recht gut und bin zeitig auf dem Weg Richtung Süden. Genauer kann ich es an dieser Stelle gar nicht sagen, ich habe mir zwar ein Ziel gesetzte, dies liegt aber in 280 Kilometer Entfernung – eigentlich nicht weit, wenn man nicht in Vietnam auf einer Honda Win unterwegs ist. Nach 5 Minuten muss ich aber schon wieder umdrehen, man hat vergessen mir meinen Pass zurück zu geben, viele Unterkünfte verwahren dieses an der Rezeption während des Aufenthalts. Also zurück und wieder los – dies und der erneut einsetzende Regen steigern nicht meine Stimmung, immerhin habe ich Musik im Ohr und das Motorrad läuft problemlos.

Lange Zeit fahre ich einfach und fahre und fahre – die erste längere Strecke allein, genau genommen auch die Längste. Nach ein paar Stunden mache ich den ersten Halt und siehe da, mein Ziel ist nur noch knapp zwei Stunden entfernt. Glücklich darüber und nach einer kurzen Pinkelpause geht es auf zum Endspurt nach Quy Nhon.

Ein langer Weg und wenig Zeit

Ninh Binh ist schnell erreicht, nach circa zwei Stunden erreiche ich mein Hostel und lade mein Gebäck ab. Die Betten haben wieder einmal Vorhänge, die für ein wenig Privatsphäre sorgen – wohl eines der Dinge die etwas zu kurz kommen auf solchen Reisen.
Zunächst glaube ich allein zu sein, doch ein einsamer Rucksack vor einem anderen Bett belehrt mich eines besseren. Mit einem kurzen Blick auf den kleinen Balkon ist die Person auch schnell gefunden. Eine Schweizerin aus Chur – Sie ist ziemlich beeindruckt das ich weiß wo das ist und erst recht davon, dass ich bereits zwei Mal dort war.

Es ist noch früh und ich schaue ob ich schon an diesem Tag etwas entdecken kann – eine meiner Google Maps Markierungen liegt etwas ausserhalb – eine Tempelanlage – also direkt los. Nach kurzer Nachfrage schwingt sich auch die Schweizerin auf mein Motorrad und nach einer knappen halben Stunde sind wir bei Bái Đính angekommen. Den Eingang zu finden erweist sich nur zunächst ein wenig schwierig. Es stellt sich raus das er sich auf der anderen Strassenseite befindet und man durch einen Tunnel innerhalb der Mauern kommt. Diesen Weg nehmen wir aber gar nicht… auf dem ersten Weg fahren wir am Parkplatz vorbei und nach ein paar Metern winkt uns eine Frau auf der linken Straßenseite zu. Zu schnell um direkt zu halten muss ich wenden. Generell winken einem einige Leute hier zu um etwas zu verkaufen, was diese Frau auch mehr oder weniger tun wird, aber irgendwas sagte mir dass Sie weiß was wir wollen – viel mehr als die Tempelanlage gibt es in diesem Dorf aber auch nicht.
Das Motorrad neben Ihr angehalten deutet Sie auf einen Weg und macht uns klar das wir hier parken können. Skeptisch aber interessiert stelle ich mein Motorrad ab, Sie verlangt 15.000 Dong Parkgebühr, danach geht Sie den eben genannten Weg vorraus und deutet am Ende auf ein Stück in der Mauer.
Die letzten Meter gehen wir allein und kommen an ein niedriges Stück der Mauer an – ein paar Steine bilden so etwas wie eine Treppe. Diese hinauf und über die Mauer finden wir uns innerhalb der Mauern wieder, etwa 70 Meter hinter dem Ticketschalter…

Die ersten Minuten fühlen sich etwas merkwürdig an, wir hoffen das nicht ausgerechnet dies die erste Anlage ist in der man mal wieder nach seinem Ticket gefragt wird – es ist Sie nicht und so schauen wir uns in Ruhe um. Für eine ganze Zeit schlendern wir umher, bestaunen Gebäude, Statuen und Gartenanlagen bevor es uns wieder auf den Rückweg machen.

Der Tag endet mit der Planung für die nächsten Tage – unter anderem mit der Veststellung das ich mich ein wenig beeilen muss um rechtzeitig in Ho-Chi-Minh Stadt zu sein. Rechtzeitig? – Mein Visum läuft am 3. Dezember aus und Jenna, mit der ich Peking und Xi an zusammen erkundet habe, wird am 1. Dezemer in Phnom Penh Kambodscha ankommen.
Das Sinvolste scheint es zu sein einen Bus zu nehmen um einige Kilometer zu überspringen. Meine Planung wird zwar dafür sorgen das ich nicht in einen National Park kann, zu dem ich wollte, aber die Tour im Norden hat einfach lange gedauert. Schnell suche ich mir einen Busbahnhof raus und besorge mir flott ein Ticket. Aber was ist mit meinem Motorrad? Das kommt ins Gebäckfach – wirklich.

Nun bin ich aber noch in Ninh Binh und so mache ich mich am nächsten Tag auf dies zu erkunden, der Nachtbus wird um 19:00 Uhr starten.
Nach einem Frühstück geht es nach Tam Coc, DEM Ausgangspunkt für die trockene Ha Long Bay. Nahe des Dorfes mache ich mich zunächst auf um die Stufen zu einem Aussichtspunkt zu erklimmen. Die Aussicht ist, trotz wetterbedingter bescheidener Sicht, wieder einmal beeindruckend.
Als nächstes mache ich mich auf zu einem kleinen Tempel, wobei die kurze Straße dorthin wohl Teil des Erlebnis ist, von Ihr läßt sich wunderbar die Natur genießen. Doch zunächst schaffe ich es gerade einmal aus dem Dorf hinaus als Killean und andere von der Cat Ba Tour auf Fahrrädern mir entgegen kommen. Nach einem kurzen Gespräch sagen wir erneut Auf Wiedersehen. Wenige Minuten Später treffe ich dann erneut auf Jemanden aus der Cat Ba Tour, unabhängig von Killean und dem Rest. Wir besichtigen zusammen den kleinen Tempel und verabschieden uns danach ebenfalls.

Auf dem Rückweg zum Hostel, um mein dort gelagertes Gebäck abzuholen, mache ich noch ein  schlenker über andere Strassen durch dieses Gebiet. Das Gebäck aufgeschnallt geht es erneut zum Busbahnhof – die Fahrt verläuft aber ein wenig anders als erwartet…

Ha Long Bay und Cat Ba

Von unserer Unterkunft sind es weniger als 100 Meter, Killean und ich machen uns aber dennoch zeitig unterwgs. Der Ticketschalter öffnet um 7:30 Uhr – 100.000 Dong(~4€) inklusive Motorrad pro Person.
Es dauert nicht lang und die Fähre fährt ein, wenige Minuten später und wir machen uns auf nach Cat Ba. Die Kartfelsen kommen immer näher, langsam schiebt sich die Fähre zwischen den Inseln hindurch. Es dauert ca. 40 Minuten bis wir Cat Ba erreicht haben, von hier an bleiben uns noch gut drei Stunden bis wir unser Boot weiter in die Ha Long Bay hinein erreichen müssen. Die Tour haben zwei Freunde von Killean über Ihr Hostel gebucht. Dass ist auch zunächst unser Ziel, nicht schwer bei vernünftigen Straßen auf einer kleinen Insel – ca. 30 Minuten kostet es uns um anzukommen. Die restlichen Vorbereitungen verlaufen problemlos, so finden wir uns schnell auf einem kleinen Schiff wieder welches uns zu unserer Unterkunft bringt.

Nach halber Strecke halten wir an einem winzigen Strand – Zeit ins Wasser zu gehen. Mit meisten springen direkt vom Oberdeck ins Wasser und schwimmen zu der kleinen Sandbank – so müsste man es wohl ehr bezeichnen. Für ein paar Minuten ist alles super, manche springen erneut vom Boot, andere sitzen/stehen/liegen a „Strand“ – währenddessen treibe ich ein wenig zwischen Boot und Strand. Die die Arme und Beine von mir gestreckt und die Ohren unter Wasser ist es sehr freidlich und ruhig – entspannend. Im nächsten Moment fült sich es an als wenn jemand Stacheldraht um meinen linken Arm gewickelt hätte – schnell reiße ich meinen Arm zu mir und schwimme schnell zurück zum Schiff. Der Arm brennt, wird wohl eine Qualle gewesen sein. Der Kapitän schmiert mir ein wenig Creme auf den Unterarm, es hilft nur bedingt. Die ersten Minuten fühlt es sich an als wenn meine Venen den Druck nicht standhalten können, jeder Windzug schmerzt – ein paar Minuten später wechselt es in ein Gefühl als würde jemand ein Feuerzeug unter den Arm halten. Für eine ganze Zeit sitze ich nur da, warte darauf das es besser wird. Insgesammt wird anderhalb Tage brauchen bis der Arm nicht mehr schmerzt – die Versicherung der Crew das es ungefährlich ist, hilft nicht wirklich.

Die nächsten zwei Tage auf unserer kleinen Insel inmitten der Ha Long Bay, verlaufen schnell und unkompliziert. Abends feiern wir ein wenig, lernen uns kennen und reden über dies und das. Viele werden aber schon am nächsten Tag zurück fahren. Jeder der zwei Tage da ist(welches nur Killean seine beiden Freunde und ein Mädchen sind) wird am nächsten Tag einen kleine Wanderung machen. Nun, die Wanderung besteht aus einer Bootsfahrt, ein wenig Fahrradfahren und dann geht es für eine Stune steil bergauf – hoch zu einer der tausenden von Berggipfeln. Wir werden nasgeschwitzt aber mit einer tollen Aussicht belohnt. Hinunter dauert es dann genau so lang.

Abends das gleiche Bild, eine neue Gruppe ist bereits eingetroffen. Der Tag an dem wir wieder zurück fahren werden besteht aus einer kleinen Kanufahrt. Diese führt uns zu einer der Nachbarinseln, auf der einmal ein Camp eines anderen Touranbieters betrieben wurde. Nun sieht es aber aus als wenn alle Fluchtartig dieses verlassen hätten. Flaschen, Unterlagen, Kleidung, Tische, Stühle, ein Weihnachtsbaum, alles steht noch da und verottet langsam. Fühlt sich an wie in einer Apokalypse zwischen diesen Dingen und Gebäuden herum zu laufen.
Nach einer weile geht es zurück, Mittagessen und auf nach Cat Ba.

Dort angekommen machen sich Killean und ich schnell auf dem Weg zum Hostel – Motorrad schnappen und auf zur zwei Uhr Fähre. Diesmal hält uns kein Unfall auf, somit machen wir uns nach der Fähre auf direktem Weg auf Hanoi zu erreichen. Welches wir nach ein paar Stunden auch schaffen. Im gleichen Moment als wir an dem geplanten Hostel angekommen sind, sind es auch Killeans Freunde.
Mein Abend verläuft dann aber Partylos, zunächst braucht fast alle meiner Klamotten eine Wäsche, somit laufe ich die nächsten 24 Stunden nur noch in Shorts, Flip-Flops und einem kaum genutzen T-Shirt herum.

Ein paar Tage verbringe ich in Hanoi, immer noch gefällt mir diese Stadt sehr. Alle meine Erledigungen kommen gut vorran, wenn auch ich einen Tag länger bleibe als geplant. Was Planung angeht, habe ich mich dafür entschieden auch nach Ho-Chi-Minh mit dem Motorrad zu fahren. Der erste Tag, exakt zwei Wochen nach meinem Aufbruch nach Sapa, führt mich nach Ninh Binh – die „trockene Ha Long Bucht“

 

Während ich dies schreibe ist es eine Woche später – der Quallen Stich hat heute ein wenig gejuckt und ist immer noch sichtbar, aber ansonsten ist damit alles in Ordnung.

Ha Long Bay wir kommen

Noch bevor Magnus, Killean und ich fertig sind ist Barney schon mit funktionierenden Blinkern zurück von der Werkstatt.
Es ist 8:00 Uhr – Klar ist das wir es nicht an einem Tag bis nach Ha Long schaffen werden, also entscheiden wir uns dafür zunächst Richtung Küste zu fahren und dann südwärts nach Ha Long. Der für uns günstigste Ort für die Nacht scheint Tiên Yên – der Weg dorthin verläuft auch Problem und Ereignislos. Dafür wird der Abend um so interessanter.
Kurz nach der Ankunft spricht uns eine junge Frau an, Sie spricht gut englisch und würde uns bei der Suche nach etwas zu essen helfen. Wir landen an einem Straßenstand mit den üblichen kleinen Stühlchen. Es gibt eine art Omlette welches Portionsweise als „Frühlingsrolle“ gegessen wird – dies, sagt uns die junge Frau, ursprünglich aus Saigon und die Köchin hat es in den Norden gebracht.

Mit gefülltem Magen finden wir schnell ein günstiges Hotel, richten uns ein und gehen Duschen. Es ist unglaublich wie viel Staub sich aus dem Gesicht waschen läßt nach einem Tag auf dem Motorrad. Auch der kleine Spalt zwischen Sockenende und Hosenanfang ist auffalend Braun.
Killean, Barney und Ich wollen noch ein Bier trinken gehen, Magnus nimmt sich ein wenig Zeit für sich. Im Einangsbereich bietet sich erneut Jemand an uns bei der Suche zu helfen. Immer wieder zeigt er auf verschiedene Läden, in denen aber nie viele Sitzen – bis wir an einer kleine Bar ankommen vor der knapp 20 Anwohner Platz genommen haben. Hier wollen auch wir unser Bier genießen und schnappen uns ein paar kleine Hocker. Das Bier kommt in Pitchern a ~1,5 L(30.000 Dong = ~1,20) direkt vom Fass(selten in Asien soweit) und dann dauert es nicht lange bis sich die ersten Leute zu uns setzen, wir zu Ihnen und durcheinander. Rund zwei Stunden reden wir über Herkunft, Motorräder/Scooter und vieles mehr – so gut es das Englisch Vietnamesen oder die Übersetzungsfähigkeiten unseres Guides es zulässt. Ein Vietnamese erreicht irgendwann den Punkt an dem er fasst nur noch „Made in Vietnam“ raus bringt.
Die Bar schließt und unser Guide läd uns noch auf ein paar weitere Bier in sein Cafe ein, gern nehmen wir dies an und staunen nicht schlecht als unser „Made in Vietnam“ inklusive Freundin auch dort auftauchen. Diese ist von seinem Zustand aber nicht so begeistert wie wir, zumindest haben wir unsere Freude mit Ihm. Nach einer weiteren Stunde löst sich dann auch diese Gruppe auf und unsere Hintern finden den Weg ins Bett.

Der nächste Tag bricht spät an, jeder hat ein wenig Schlaf gebraucht – nun Magnus sicherlich nicht so viel wie der Rest von Uns. Aber endlichen schaffen wir es los zu fahren, kleiner Stopp bei der Werkstatt bei der wir schon Abends zuvor ein paar Dinge repariert hatten und dann sind es nur noch etwas über 100KM bis Ha Long und hoffentlich schaffen wir es noch auf die letzte Fähre.

Es könnte alles so einfach sein – wenn nicht ein Neunjähriger mit seinem 4 Jährigen Beifahrer und dem Scooter direkt vor Barney die Strasse kreuzen wollen würde. Das würde vielleicht ja sogar klappen, wenn man wenigstens schauen würde ob Jemand auf der Straße unterwegs ist – hat er aber nicht. Nur knapp konnte Barney den Zusammenstoß auf ein Minimum reduzieren – er schlittert mehrere Meter über den Asphalt. Der Scooter der beiden Jungs scheint mehr oder minder nur umgekippt zu sein – aufgrund des Regens waren wir nicht besonders schnell unterwegs. Barney und dem 9-Jährigen geht es so weit gut.
Bald wird aber klar das sich der 4-Jährige verletzt hat, sein linker Arm startet anzuschwillen. Während Barney diesen notdürftig schient und die Angehörigen dazu bringen will den Kleinen ins Krankenhaus zu bringen, ruft der Besitzer eines nahgelegenen Restaurants einen befreundeten Mechaniker. Barney’s Motorrad braucht ein neuen Frontreifen, Brems- und Kupplungshebel.

Es scheint zunächst als wenn für alles gesorgt ist, dann treffen aber zunächst die Tante des Kleinen ein, immer mehr Fremde und die Eltern. Einer der fremden Anwohner versucht zusammen mit der Tante Bargeld von Barney zu bekommen. Es geht hin und her – Krankenhaus ist teuer – wir machen das hier immer halb und halb – Barney ist nicht Schuld sondern der 9-Jährige – der ist zu Jung – dann hätte er nicht fahren sollen – der Arm des Kleinen schwillt weiter an. Erst als wir gemeinsam beschließen etwas zum Krankenhausbesuch beizutragen wird endlich ein Taxi gerufen. Noch bevor das Motorrad fertig ist trifft das Taxi ein und der Kleine macht sich mit seinen Eltern auf den Weg.

Die letzten Kilometer verlaufen zum Glück wieder ungestört, die letzte Fähre ist aber schon abgefahren.

Der nächste Morgen bricht an, Killean und ich machen uns auf zur Fähre – Magnus muss nach Hanoi um einen Flieger nach Japan zu erwischen und Barney begleitet Ihn… Abschied nach ~9Tagen gemeinsamen Abenteuern im Norden Vietnams.

 

Insgesamt waren es über 1500 KM und hier eine kleine, sicherlich nicht vollständige, Liste der Dinge die wir an den vier Motorrädern machen mussten.

  • gebrochene Kette
  • Reifenschlauch
  • Frontreifen
  • mehrere Bremsen
  • Brems und Schalthebel
  • Tankbehälter
  • mehrere Lichter und Lampen
  • Schaltungen
  • Luftfilter
  • Auspuff
  • Griffe
  • Zündkerze
  • Hupen
  • Kugellager
  • diverse Schrauben die festgezogen oder verloren wurden
  • mehrere Ölwechsel

Die meisten Fotos inkl. Cat Ba/Ha Long Bay sind bereits auf FLCKR

Von hier an Ostwärts

Guten Morgen Yen Minh. Die Wolken sind wie an den meisten Morgenden allgegenwärtig. Enige der Klamotten sind immer noch nicht trocken, auch die Schuhe bereiten keine Freude beim anziehen. Gestern hatte ich mir Plastiktüten über die Socken gezogen um leichter hinein zu kommen, zu dem blieben die Füße dann trockener. Diese Tüte  haben zwar mittlerweile jeweils ein Loch, leichter komme ich damit aber immer noch in die Schuhe.
Unsere Begleitung vom Vortag verabschiedet sich an der ersten Kreuzung von uns und schlägt einen anderen Weg ein, wir machen uns auf den Weg Richtung Cao Bang. Wieder einmal steht ein langer Tag vor uns, vor allem wenn man dann noch einen Umweg nimmt und Barneys Getriebe zerlegt und zusammengebaut werden muss.
Auf zu halten sind wir aber dennoch nicht. Der Tag verläuft ansonsten größtenteils Problemlos, auch wenn wir die letzten zwei Stunden im Dunkeln fahren müssen.
Dementsprechend spät kommen wir an unserer Unterkunft an – ein kleines Hotel, welches relativ zentral in der kleinen Stadt liegt. Nach einer kleinen Stärkung geht es aber für alle früh ins Bett, der Tag war trotz größtenteils guter Straßen, anstrengend.

Das Besondere am nächsten Morgen ist, dass wir einmal mehr ohne Gebäck fahren, am Abend werden wir zurück an unserem Hotel sein. So unbepackt machen wir uns nach einer Pizza zum Frühstück auf zu dem Ban Gioc Wasserfall. Trotz geringerem Gewicht scheint mein Motorrad eine schlechtere Leistung zu haben, ich halte mich aber ran mit den Anderen mit zu halten.
Die Straßen bleiben auch heute größtenteils gut – eigentlich wird sich dies die nächsten Tage auch nicht mehr ändern. Das Wetter ist gut und die Sonne scheint auf uns hinab. Ein guter Tag für eine kleine Ausfahrt, nunja isnsgesamt stehen auch scho wieder 180 KM auf dem Plan – ~90 hin und zurück.

Kurz vor der chinesischen Grenze erwartet uns dann der Wasserfall – Parkgebühr und Eintritt später stehe ich vor dem wohl schönesten Wasserfall den ich bisher gesehen habe – Laos steht aber noch vor der Tür.  Von beiden Ländern aus starten Boote um einmal direkt vor den herabstürzenden Wassermassen vorbei zu fahren – die macht ein gutes Foto schwieriger. Die Kombination aus kein Boot und dem Sonnenschein der sich nicht hinter einer kleinen Wolke versteckt, ist selten.

Gerade wollen wir wieder aufbrechen, da tropft von Killeans Motorrad eine Öl, Benzin Mischung auf den Asphalt – der Benzintank hat offensichtlich ein Loch, womöglich war dieser am rosten und wurde lediglich überlackiert. Während Magnus und ich in die Beiden möglichen Richtungen ausschwärmen um eine Werkstatt zu suchen, versucht Barney das Problem zumindest notdürftig zu behebn. Seine Erfahrung als Rettungssanitäter sind bei der Problemlösung eindeutig zu erkennen, es wird eine art Druckverband. In die Richtung in die ich fahre folgt bald nur noch die Chinesische Grenze, Magnus ist etwas erfolgreicher – wobei diese Werkstatt keinen Behälter hat und den vorhandenen auch nicht reparieren können. Weitere Kilometer folgen und langsam tropft der Tank weiter vor sich hin.

Nach einer weiteren Verbesserung des „Verbands“ findet sich auch eine Werkstatt. Benzin aus dem Tank wird in Plastikflaschen gesichert und der dann leere Behälter wird ersetzt durch einen mit Drachenaufkleber. Die Pause nutze auch ich um den Mechaniker sich meine Maschine an zu hören. Es ist schon beeindruckend wie gut vietnamesische Mechaniker im Problemfindungs und Behebungsprozess sind – ein zeigen auf die Zündkerze und deren Austausch später kann ich wieder vernünftig gas geben. Bei Magnus wird auch gleich noch Hupe und Licht korrigiert.

Nun kann es endlich auf den Weg zurück nach Cao Bang gehen. Auch an diesem Tag ist es dunkel als wir am Hotel ankommen. Während Barney selbst versucht seine Lichtprobleme zu beheben machen wir Anderen uns auf die Suche nach Abendessen.
Zurück am Hotel hat Barney mittlerweile aufgegebn und wird sich in der Früh in die nächste Werkstatt begeben. Das Bett ruft und wir folgen.

Durch Regen und Matsch Richtung Norden

Am Abend habe ich mir noch eine Plastiktüte vom Hostel besorgt, der Regenschutz für mein Rucksack allein hat sich als nicht all zu ergiebig erwiesen, auch wenn es nicht besonders viel geregnet hatte auf dem Weg nach Sapa.
Rucksack auf die Halterung am Ende der Sitzfläche geschnallt und los geht es, zunächst wieder bergab Richtung Lao Cai. Doch bevor wir dort abbiegen können braucht Magnus Motorrad etwas Hilfe in einer Werkstatt – in der hintere Bremse scheint etwas gebrochen zu sein. An meinem lasse ich nebenbei die Kette kürzen und Luft auf den Hinterreifen pumpen. Insgesamt verbringen wir eine gute Stunde in dieser Werkstatt – es müssen zunächst erst ein paar Ersatzteile besorgt werden. Die Zeit verkürzt uns aber der Nachbar mit seinem Karaoke Gesang – ich habe immer noch keine Ahnung wie man diese Wörter aussprechen soll und erst recht nicht Singen. Einen grünen Tee später geht es weiter. Die nächsten Kilometer verbringen wir auf gut ausgebauten Strassen die uns schnell vorwärts bringen.

Wir waren guter Dinge die Strecke zu schaffen bevor sich die Strasse drastisch ändern als wir in die Region von Ha Giang kommen. Zunächst einige Schlaglöcher, befestigte Wege, Schotter und dann bestehen die Straßen nur noch aus Lehm. Dies in Kombination mit dem Regen der immer stärker wird, macht unseren Weg rutschig und die Geschwindigkeit sinkt drastisch.
Mit lehmroten Schuhen schaffen wir es aber endlich an unser Ziel, kurz bevor es dunkel wird.

Es dauert nur wenige Minuten und jeder von uns hat seine Feuchten Klamotten im Zimmer verteilt, es sieht ein wenig wie in einer Wäscherei aus, mit der Aussnahme dass es nicht nach frisch gewaschener Wäsche riecht.
Ha Giang ist für viele der Ausgangspunkt für die Schleife in den Norden, die meisten kommen mit Bus an und leihen sich hier für ein paar Tage einen Scooter oder ein Motorrad. Einige der anderen Gäste unseres Hostels haben genau dies vor.

Der nächste Morgen startet langsam, Alles muss wieder verpackt werden, mein nass gewordenes Handy hat schon die letzte Nacht in einem Sack voll Reis verbracht und wird dies noch ein paar Tage. Erster Stop Marktplatz für ein Frühstück. Beim schlendern über diesen Markt währe mir aber zumindest fast der Appetit vergangen. An einem Stand auf meiner linken Seite grinsen mich zwei Hunde an – genauer gesagt nur noch die Köpfe, bereits von Ihrem Fell befreit. Danaben liegen Pfoten und der Rest des Körpers. Magnus hat ein Foto aufgenommen, sobald ich es habe kann ich es gerne demjenigen zeigen der es sehen möchte.

Nach dieser Überraschung machen wir uns bald auf – heutiges Ziel ist lediglich ca. 100km entfernt – Yên Minh. Die Landschaft wird mit jedem Kilometer schöner, leider läd der wieder einsetzende Regen nicht gerade zu Pausen ein und verlangsamt unser Vorwärtskommen. Ein oder zwei weitere Stops bei Mechanikern halfen auch nicht aber zumindest die Sonne kommt am Nachmittag etwas raus.
Der heutige Unfall geht an Magnus der auf Öl ausrutscht, zu diesem Zeitpunkt sind Killean und ich schon etwas vorraus und warten an einer kleinen Hütte auf das Eintreffen der Anderen. Eine Gruppe von Franzosen, die wir vorher getroffen hatten, läßt uns wissen was passiert ist. Während wir warten können wir zumindest dem angeleinten Hund seine Schüssel näher schieben, den Inhalt verschlinkt er in Kürze – auch das Wasser das ich Ihm danach eingeschenkt habe ist bald verschwunden. Kurz darauf taucht auch eine von den Hostelgästen auf, Sie ist mit einem Scooter unterwegs und beschließt zumindest die letzten Kilomter gemeinsam mit uns zu bestreiten.

Endlich sind Barney und Magnus angekommen und wir wieder auf unseren Motorrädern um endlich an zu kommen. Nur ein kleiner Stau und die Aussichten stoppen uns noch. Kurz vor einbruch der Dunkelheit kommen wir an und suchen uns, nach einer Mahlzeit inklusive Bier, eine Unterkunft für die Nacht.